Kein Nährboden für steigende Kurse
Till Kleinlein in CFX Trader Kolumne
vom 25. August 2010, 08:30 Uhr
in der letzten Woche hatte ich geschrieben, dass sich die Bären die Kurs-Zone um 5.940 Punkte als Kurzfrist-Ziel herausgesucht haben. Mission erfüllt! Das mittelfristige Ziel liegt nun bei 5.800 Zählern, erst dann stehen die Chancen wieder gut, den Short-Modus zu verlassen. Voraussetzung für einen Kursumschwung ist aber, dass den Marktteilnehmern nicht weiter die schlechten Nachrichten um die Ohren gehauen werden. Die gestrige Schreckensmeldung kam vom Immobilienmarkt. Der Verkauf bestehender Häuser brach in den USA auf den niedrigsten Stand seit 15 Jahren ein. Nur mit Mühe konnte der Dow Jones daraufhin die magische 10.000er-Marke verteidigen. Die Ängste vor einem erneuten Abrutschen in die Rezession sind allgegenwärtig. Kein Nährboden für steigende Aktienkurse!
Ob Deutschland auch weiterhin seine Rolle als konjunkturelle Ausnahmeerscheinung beibehalten kann, wird um 10.00 Uhr auf die Probe gestellt. Der ifo-Geschäftsklimaindex, ein bedeutsamer Frühindikator für die Konjunkturentwicklung in Deutschland, wird schwächer erwartet. Schließlich kann sich die Wirtschaft hierzulande nicht dauerhaft dem weltweiten Abwärtstrend entziehen. Die Frage wird sein, wie stark sich die Erwartungen der Unternehmen für die kommenden sechs Monate eingetrübt haben.
Stärkeren Einfluss auf die Märkte werden aber, wie sollte es auch anders sein, die US-Konjunkturnachrichten haben. Heute achte ich insbesondere auf die Auftragseingänge für langlebige Güter um 14.30 Uhr. Spätestens zu diesem Zeitpunkt muss ich also meine Mittagspause beendet haben. Dann könnte es wieder Trade-Action geben.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -1,26% |
| Dow Jones: | -1,32% |
| S&P 500: | -1,45% |
| Nasdaq: | -1,83% |
| EUR/USD: | +0,11% |
| Gold: | +0,39% |
| Silber: | +2,17% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,77% |
Trading-Chancen des Tages
Wie jeden Morgen setze ich mich auch heute mit dem Dax und dem Währungspaar EUR/USD auseinander. Dies ist meine ganz private Watchlist mit potenziellen Trades, welche kurzfristig ausgerichtet sind.
Dax (DAX.I): schon wieder ein Fehlstart
Auch wenn es nach dem heftigen Absturz am Nachmittag zu einer schönen Gegenbewegung kam, ändert dies nichts daran, dass Short-Trades derzeit eine höhere Gewinnchance als Long-Trades aufweisen. Erstens befinden wir uns seit Ende letzter Woche in einem bärischen Umfeld und zweitens sitzt der Deckel an der Widerstandszone bei 5.940/45 Punkten sehr fest. Zumindest wurden dort sämtliche Ausreißversuche der Bullen niedergeschlagen.
Schwache bis sehr schwache Vorgaben der asiatischen Börsen lassen den Dax vorbörslich die 5.900er-Marke antesten. Erneut wird eine Eröffnungslücke nach unten gerissen. Ist der neuerliche Fehlstart ein schlechtes Omen?
Meine Trigger-Marken für Trade-Aktivitäten
Zum einen ist da die 5.900er-Marke. Wird diese nach unten verlassen, eröffne ich eine Short-Position. Außerdem ist die Kurs-Zone um 5.870/65, die nicht nur aufgrund der Tatsache, dass hier das gestrige Tagestief markiert wurde, von Bedeutung. Kommt es hier nicht zu einer Kursstabilisierung, welche mich kurzfristig ins Bullen-Lager wechseln lässt, so bleibe ich short investiert. Gleiche Vorgehensweise gilt dann bei 5.850 Zählern und an der 5.800er-Marke, dem mittelfristigen Ziel der Bären - oder ein paar Punkte weiter oben, denn dort verläuft die Aufwärtstrendlinie des Anstiegs seit Januar 2010.
Oberhalb der aktuellen Notierung ist es der massive Widerstand bei 5.940/45 Punkten, der den Bullen Respekt einflößt. Bleibt diese Kurs-Zone unüberwindbar, so gehe ich short. Wird der Widerstand aber geknackt, dann gehe ich long mit Kurs-Ziel 6.100 Punkte-Marke.
Ansonsten bietet sich ein Long-Einstieg an, sofern nach deutlich tieferen Notierungen, der Dax die 5.900er-Marke zurückerobern kann.
Gestriges Ergebnis: Gewinn 34 Dax-Punkte
Dax - 30-Minuten-Chart
Dax (DAX.I): Und wieder legt der Dax einen Fehlstart hin.
Weiterhin gilt:
Bei allen Dax-Trades ist zu beachten, dass diese möglichst eng abgesichert werden. Für mich bedeutet das ein maximaler Verlust von 25 Punkten pro Trade, den ich bereit bin zu erleiden.

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