Kein Geld und glücklich
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 18. Juli 2007 07:30 Uhr
ENL5454
*** Lady Bird Johnson
Lady Bird Johnson ist gestorben. Nur sehr selten hat jemand in der Regierung … oder jemand, der mit der Regierung in Verbindung steht … versucht ein Ziel zu erreichen, das wirklich etwas wert ist. Um genau zu sein, fällt mir nur ein Fall ein. Und das ist Lady Bird Johnsons Kampagne zur Verschönerung von Amerika. Diese Kampagne hat die Gewohnheiten der Menschen verändert und schien das Land weniger vermüllt werden zu lassen.
Als ich jung war, konnte man in der Nacht durch die Reflexionen der Scheinwerfer in den Bierdosen am Straßenrand den Weg nach Hause finden. Die Leute haben diese Metalldosen üblicherweise ... zusammen mit allen anderen Arten von Müll ... aus dem Autofenster geworfen. Aber in den späten Sechzigern fing Lady Bird an, den Menschen bewusst zu machen, dass das Land wesentlich schöner sein könnte, wenn nicht überall so viel Müll herumliegen würde. Ihre „Keep America Beautiful“-Kampagne – die weitestgehend freiwillig war – ist die einzige erfolgreiche Regierungsinitiative, an die ich mich erinnern kann.
*** Kein Geld und glücklich
Die Leute nehmen das Geld deutlich zu ernst. Mein Haushalt ist der lebendige Beweis, dass man nicht viel Geld braucht, um glücklich zu sein. Mein Sohn Jules hat kein Geld., er ist glücklich. Mein Sohn Henry hat kein Geld und auch er ist absolut zufrieden. Mein Sohn Edward hat kein Geld. Er ist sehr glücklich. Danielle, die Reinigungsfrau, ist auch arm, aber auch sie scheint mir sehr zufrieden zu sein. Der Gärtner ist arm und glücklich. Der Maler, der in der Wohnung in Paris arbeitet, scheint kein Geld zu haben, und er ist glücklich. Der Klempner, der so tut als würde er in der Wohnung arbeiten, ist der glücklichste von allen. Der Bäcker ist glücklich. Der Metzger ist glücklich. Sogar mein Rechtsanwalt, der für eine Stunde Steuerberatung – „Verlassen Sie Frankreich“, sagt er – 500 Dollar nimmt, scheint glücklich, aber er hat natürlich auch Geld.
Unten auf der Ranch wirken Jorge und seine Frau fast trunken vor Glück. Sie haben vermutlich einen Reinerlös von Null. Aber sie essen gutes Fleisch ... sie haben guten Wein zu trinken ... und eine Sonne, die fast jeden Tag im Jahr scheint. Was könnten sie noch mehr verlangen?
Alphonzo scheint auch absolut glücklich … oder zumindest so glücklich, wie jemand mit einem ernsten Alkoholproblem wirken kann. Der Gaucho trinkt so viel, dass er es für Glück hält, wenn er morgens aufwacht ... und deswegen glücklich ist.
Aber genauso wie jeder, der im Gefängnis sitzt, sich vorstellen muss, das jeder freie Mensch glücklich sein muss, so stellt sich jeder, der keinen Dollar in den Taschen hat, vor, dass er, wenn er so viel Geld in die Finger bekäme wie die reichen Leute, auch er glücklich sein müsste. Aber ein reicher Mensch ist nicht notwendig glücklicher als ein armer. Er hat es einfach nur auf eine weltliche Art angenehmer ... und ist selbstsicherer. Er sitzt im Hühnerstall auf einer höheren Stange ... und ist so in der Lage mit einer überlegenen Haltung auf die Vögel unter ihm herabzublicken.
Und trotz allem ist unser großartiger Boom in einem gewissen Sinne nichts anderes als eine große Jagd nach dem Geld. Alle scheinen es so dringend haben zu wollen, dass sie bereit sind, auf Freizeit, Solvenz und Würde zu verzichten, genauso wie auf Umsicht und Vernunft ... um es zu bekommen. Wie sonst kann man sich die Hypotheken mit verminderter Nachweispflicht, die negative Amortisierung und die anpassbaren Zinssätze erklären? Wie sonst kann man beschreiben, was 2 und 20 – der Standard für die Sätze bei Hedgefonds – ist? Und warum sollten die professionellen Kreditgeber Geld an Leute verleihen, die es ganz sicher nicht werden zurückzahlen können? Und wie sonst könnten Anleger überzeugt werden, Millionen in „erhöht verschuldete“ Fonds zu stecken, die auf einem Einkommensfluss von Leuten basieren, die bei ihrem Kreditantrag wilde Geschichten erzählt haben?
Unten in den Wohnwagenparks haben die Leute Dokumente unterzeichnet, die sie nicht gelesen haben, nachdem sie Zahlen eingetragen haben, die sie sich ausgedacht haben, um Häuser zu kaufen, die sie nicht brauchen, mit Geld, das sie nicht haben.
Und unter den Profis kaufen die Leute Anlagen, die sie nicht verstehen, die auf Krediten an Lügner basieren, für Häuser, von denen sie wussten, dass sie überteuert sind, um Hypotheken zu finanzieren, von denen sie wissen, dass sie nicht zurückgezahlt werden.
Was für eine Welt.