Kaum Gründe für Euro-Erholung
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 18. März 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
*** "Sie sehen aus, als ob Sie abgenommen hätten", stellte mein Diät-verrückter Nachbar fest, als er mich sah, wie ich mich am Ende der Leine meines Hundes einen Berg herauf mühte. „Wie viel? 5 oder 10 Pfund?"
Ich hustete höflich, zuckte vor Schmerz zusammen, da meine Operationswunden schmerzten, und versicherte ihm heiser, dass ich mich entweder nie um mein Gewicht gekümmert hätte oder kein Maß hätte, um die potenziellen Ergebnisse meiner jüngsten und unerwarteten Begegnung mit der Sterblichkeit zu messen.
Merkwürdigerweise waren Fragen nach meinem Gewicht eine Art Leitmotiv für meinen ersten Tag zurück bei der Arbeit, nach der Operation. Meine Kollegen betonten alle, wie weit meine Kleider an meinem Körper herabhängen würden. Offensichtlich muss ich etwas richtig gemacht haben. Deshalb möchte ich Ihnen - völlig kostenlos - nun einen Nachfolger für die Atkins-Diät vorstellen. Here we go:
Verbringen Sie 20 Stunden mit Magenschmerzen, ohne etwas zu essen. Lassen Sie dann im Krankenhaus ein gangränöses inneres Organ entfernen. Verbringen Sie dann die nächsten zwei Tage mit strikter Diät, nur Flüssiges zu sich nehmend.
Sehen Sie sich dann das Krankenhausessen an, und das, was Sie noch an Appetit hatten, wird vergangen sein. Gehen Sie dann nach Hause und versuchen Sie, drei Tage lang nicht zu niesen.
Wenn Sie dann wieder zur Arbeit gehen, sind Sie ganz bestimmt Gesprächsstoff der Kollegen.
*** Es gibt Leute, die in den letzten drei Jahren argumentiert haben, dass die "Zwillingsdefizite" der primäre Grund dafür waren, dass der Dollar gegenüber Euro und Yen verloren hat.
Dabei wird aber großzügig übersehen, dass die meisten europäischen Länder und auch Japan und China ein sehr viel größeres Haushaltsdefizit haben, gemessen als Anteil am BIP. Und außerdem ist die Wachstumsrate einer Wirtschaft ein erheblich besserer Indikator für die Gesundheit und die Unverwüstlichkeit einer Volkswirtschaft als Zahlen zur Leistungsbilanz.
Ich weiß nicht, wie das bei Ihnen ist. Aber für mich gibt es nur wenige Gründe für einen steigenden Euro.
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