Kaum Bewegung in EUR/USD
Daniela Knauer in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 03. April 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Für Europa und Deutschland wurden heute Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe veröfentlicht. Hier zeigte sich immer noch ein positives Bild, allerdings mit nachlassender Wachstumsdynamik. Im Gegensatz zum letzten IFO-Index fiel der Einkaufsmanagerindex für Deutschland mit 56,9 unter den Erwartungen von 57,5 Punkten aus. Ebenso für Europa, hier waren es 55,4 statt erhofften 55,7 Punkten. Nur in Griechenland, den Niederlanden und Frankreich zeigte sich ein Anstieg. Besonders über die zurückgehende Auftragseingsangs-Komponente zeigten sich einige Händler enttäuscht. Insgesamt wird deutlich, dass wir eine temporäre Wachstumsverlangsamung sehen, diese aber immer noch auf einem hohen Niveau stattfindet. Der Euro reagierte kaum auf die Daten, stieg aber im Vorfeld der Veröffentlichung des amerikanischen ISM- Index für das verarbeitende Gewerbe leicht an.
Starker Preisindex schürt wieder Inflationsangst
Der ISM-Index für das verarbeitende Gewerbe sorgte dann für eine Überraschung an den Märkten. Denn er zeigt zwar mit 50,9 Punkten immer noch eine Expansion der amerikanischen Wirtschaft an, war aber schwächer als erwartet (51,1). Im Vorfeld der Daten herrschte Unsicherheit bei den Händlern, wie die Zahlen ausfallen würden, denn die bereits veröffentlichten Ergebnisse der einzelnen Regionen sind sehr unterschiedlich gewesen. In Chicago waren sie besser, in Kansas City und New York schwach. Was aber am meisten überraschte, war der Preisindex des ISM: Er stieg von 59 auf 65,5 Punkte an. Das bedeutet immer noch eine erhöhte Inflationsgefahr. Damit ist die erste Zinssenkung der amerikanischen Notenbank FED wieder in weitere Ferne gerückt, denn solange die Preisentwicklung nicht schwächer wird, kämpft sie weiter gegen die Inflation an und kann noch nicht so einfach die Zinsen senken.
Mahnung an Ben Bernanke
In diese Kerbe schlug gestern abend auch der Präsident der Federal Reserve Bank in St. Louis, Poole: Er forderte dazu auf, ein formelles Ziel für die Kerninflation zwischen 1% und 2% festzulegen und es in einer transparenten und glaubwürdigen Weise zu kommunizieren. Ein klarer Seitenhieb gegen Ben Bernanke, der die Märkte durch widersprüchliche Aussagen immer wieder verunsichert.
Auch diese Wirtschaftsdaten vermochten EUR/USD nicht aus seiner Lethargie zu reißen. Zu unsicher sind sich die Händler aktuell wieder, ob der nächste Schritt eine Zinssenkung oder -erhöhung sein wird.
Noch erkennen wir im Stundenchart eine Aufwärtsbewegung in EUR/USD, immer wieder unterbrochen von kurzen heftigen Gegenbewegungen. Aber der Ausbruch über den ersten Widerstand bei 1,34 muss nun bald erfolgen, sonst steigt die Gefahr, dass sich die Bewegung hier totläuft. Denn die Zahl der Euro-Bullen ist aktuell sehr hoch, das Enttäuschungspotenzial bei einem Scheitern entsprechend groß. Sollten weitere Wirtschaftsdaten das Inflationsrisiko bestätigen, steigt die Chance für eine neue Stärke des US-Dollar, die uns dann schnell wieder auf 1,3250 führen kann. Bereits am Mittwoch stehen mit dem ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe und den Auftragseingäbngen der Industrie die nächsten potentiell kursbewegenden Daten an.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche und frohe Ostern
Daniela Knauer
