Kaufe wenn die Kanonen donnern...
Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 23. Dezember 2011, 16:00 Uhr
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Kaufe wenn die Kanonen donnern, sagte mir einst der Börsen Guru Andre Kostolany, anlässlich eines Börsenseminars welches ich 1986 in München mit ihm organsierte. Und Sie lieber Leser, werden sicherlich auch die Beobachtung gemacht haben, dass wenn Politiker zu negative Wirtschaftsprognosen abgeben es sich oftmals um eine gute Gelegenheit handelt in Aktien zu investieren.
Wenn die fünf Wirtschaftsweisen Ihr Gutachten über die gesamtwirtschaftliche Entwicklung veröffentlichen und zu tiefst betrübt vor einer Rezession warnen ist die Gefahr bald schon vorbei. Oder anders ausgedrückt wenn, wie zuletzt geschehen, EZB-Boss Mario Draghi und IWF Chefin Christine Lagarde vor einer tiefen Rezession der EU warnen die die ganze Welt in eine tiefe Depression stürzen könnte, dann flüchten auch die letzten Börsianer in Cash und verkaufen ihre Aktien aus Angst, dass es noch schlimmer kommen könnte.
Das aber liebe Leser ist oftmals die Stelle an dem die Aktienmärkte ihren tiefsten Punkt erreichen und drehen. Ist das jetzt eine Verschwörung gegen Kleinanleger? Nein, dafür gibt es zwei logische Gründe die ich Ihnen gleich erläutern werde. Zum Einen sind die meisten privaten Anleger aber auch Fondsmanager wenig von der technischen Analyse überzeugt und handeln nach dem was die Volkswirte prognostizieren. Also jetzt zum Jahresende sind die Zeitungen voll mit Expertentipps und wenn Sie liebe Leser das einmal genau beobachten, so sind die Frontseiten der Börsenmagazine für 2012 eher pessimistisch gestimmt. Viele Anleger haben ihre Aktien verkauft, weil sie befürchten müssen dass die Unternehmen in 2012 schlechtere Quartalsergebnisse veröffentlichen werden. Und genau die politische Führungselite die uns eigentlich sagen müsste wie sie die Finanzkrise bewältigen wollen üben sich in Pessimismus. Wenn aber alle Kleinanleger aus Sorge über die Finanzkrise ihre Aktien bereits verkauft oder wie die Fonds stark reduziert haben, sind kaum noch Verkäufer am Markt wenn es wirklich schlechte Nachrichten geben sollte (und so entstehen Divergenzen, über die wir noch eingehend sprechen werden). Oder anders ausgedrückt: kleinste positive Nachrichten reichen aus um Fondsmanager in Bedrängnis zu bringen, denn wenn der DAX steigt und Fondsmanager zu wenig Aktien in den Depots haben, müssen auch sie kaufen.
Zum zweiten Teil von: Und jetzt kommen wir zum Berufshandel