Kapitulation?
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 11. September 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
Liebe Leserin, lieber Leser!
Auch am gestrigen Mittwoch gab es an der Papier-Edelmetallfront wenig Neues. Die Mutter aller künstlichen Baissen ging in eine neue Runde und beförderte Gold und Silber erneut einige Etagen tiefer. Im späten Verlauf des US-Handels gelang es den Baissiers dann sogar, den Goldpreis in den Bereich von 750 Dollar zu drücken. Silber wurde bisweilen unter 10,7 Dollar bugsiert.
Brutale Entwertung
Damit hat sich der Silber-Preis seit dem März-Hoch glatt halbiert. Wenn das nicht schlagzeilenträchtig ist! Nur am Rande sei hier erwähnt, dass sich der Amex-Goldbugs-Index mittlerweile ebenfalls halbiert hat. Das gleiche Schicksal ereilte Platin. Besonders herb wurde der Papier-Preis für das chemische Element mit der Ordnungszahl 46 herunter geprügelt. Stolze 62 Prozent gab der Papier-Palladiumpreis nach.
Fakten vom physischen Markt
Tatsache war allerdings am gestrigen Mittwoch auch, dass bei einem (Papier-) Marktpreis von 541 Euro Anleger am deutschen Markt 581 Euro für eine Unze Krügerrand bezahlen mussten. Wollte ein Investor seine Krügerränder verkaufen, bekam er bis zu 550 Euro (fast zwei Prozent mehr als der Marktpreis). Nach wie vor entkoppelt sich der physische Silbermarkt in Deutschland am heftigsten von den wilden Papier-Spielereien. Bei einem (Papier-)Preis in Höhe von 7,66 Euro erhielten Anleger bisweilen 9,2 Euro (20 Prozent mehr) für eine Unze des Metalls mit der Ordnungszahl 47. Dies würde einem Silberpreis von knapp 13 Dollar entsprechen!
Erste Hoffnungszeichen
Nach wie vor lautet allerdings die Frage, wann der derbe Papier-Spuk nun endlich sein Ende findet. Interessant ist, dass die magische 730 Dollar-Marke mittlerweile konsensual" genannt wird. Selbstverständlich wird diese fast schon in einem Atemzug mit der 650-er genannt. Aber, vielleicht, oder hoffentlich werden die Goldbugs sagen, hat die Drücker-Kolonne ja schon im Bereich um 740 bis 750 Dollar ihr Ziel-Niveau erreicht. Positiv ist schon mal, dass zumindest der Gold Bugs Index entgegen des Goldpreistrends am Mittwoch gut drei Prozent fester aus dem Handel ging.
Ob es beim extrem engen Silbermarkt allerdings ebenfalls noch deutlich weiter nach unten gehen wird, ist fraglich. Insofern soll nochmals daran erinnert werden, dass nur einige Mega-Kauforders wohl ausreichen würden, den Comex-Handel zu "sprengen. Vielleicht werden wir ja tatsächlich Zeuge eines modernen "Silber-Corners".
Ungeachtet der kurzfristigen Turbulenzen ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich das Gold/Silber-Ratio vom aktuellen 70er-Niveau aus wieder gen Süden bewegen wird.
Leider, leider bekommt man die Feinunze nicht für 7,66 Euro. Privatanleger zahlen in Deutschland da fast 11 Euro (inklusive Mehrwertsteuer), wenn sie denn in der glücklichen Lage sind, eine Standard-Silbermünze überhaupt zu ergattern. Mittlerweile soll sich die Lieferfrist für den Maple Leaf auf sage und schreibe drei Monate erhöht haben.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, ist Sie nicht schön, unsere Neue Schein-Papierweltordnung...
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Kapitalschutz Akte
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Sicheres Geld
Der exklusive Börsendienst, der Ihr Vermögen zuverlässig schützt
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Sicheres Geld