Trailing-Stop-Loss und One Cancel the Other Orders

in zum Thema Kapitalschutz
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Erweiterte Limitfunktionen sind besonders in Zeiten turbulenter Märkte von Bedeutung. Doch häufig schrecken Anleger vor den etwas komplexeren Funktionsweisen zurück. Eine sehr gut veranschaulichte Beschreibung von HSBC Trinkaus dieser beiden Orderarten möchte ich Ihnen heute näher bringen. Diese zeigt, dass auch diese beiden Orderarten im Grunde ganz einfach sind. Gerade der Direkthandel mit Emittent bietet Ihnen als Anleger die Möglichkeit, neben klassischen Limitfunktionen auch diese zusätzlichen Trailing-Stop-Loss oder One Cancel The Other Orders zu nutzen.

Allerdings werden diese Orderfunktionen leider nicht von allen Brokern und Banken angeboten. Sie sollten sich also informieren, ob Ihre Bank oder Ihr Discountbroker diese unterstützt und in seinen Handelssystemen implementiert hat.


Trailing-Stop-Loss

Hinter dem Zusatz Trailing-Stop-Loss verbirgt sich letztlich nichts anderes als eine Stop-Loss-Order, bei der zusätzlich auch ein Differenzwert angegeben wird. Dieser Differenzwert kann entweder in Form eines Prozentwertes oder als ein Absolutwert angegeben werden. Der Sinn dahinter ist, dass in Erwartung steigender Kurse eines Wertpapiers das angegebene Stop-Loss-Limit entsprechend dem angegebenen Differenzwert automatisch nachgezogen wird. Steigt also der Kurs des Basiswertes, so wird auch das Stop-Loss- Limit angehoben und Sie als Anleger können gegebenenfalls einen höheren Verkaufspreis erzielen als mit einem klassischen Stop-Loss.

Bei fallenden Kursen des Basiswertes verharrt das Stop-Loss-Limit allerdings auf seinem letzten angepassten Niveau. Eine Anpassung erfolgt demnach immer nur nach oben.

Ein Beispiel: Nehmen wir an, der aktuelle Geldkurs eines Wertpapiers liegt bei 40 Euro. Das Trailing-Stop-Loss wird bei 30 Euro platziert. Der Differenzwert wird im ersten Fall mit 10 Euro absolut, also in Form eines festen Geldbetrages, festgelegt. Steigt nun der aktuelle Geldkurs Ihres Wertpapiers von anfänglich 40 Euro auf 50 Euro, wird das Stop-Loss-Limit automatisch auf 10 Euro unterhalb des letzten Wertpapierkurses, also auf 40 Euro, angehoben. Diese Anpassung kann allerdings immer nur nach oben erfolgen. Sinkt der Kurs Ihres Wertpapiers wieder, verharrt das Limit bei 40 Euro.

Erreicht Ihr Wertpapierkurs das angepasste Stop-Loss oder sinkt sogar darunter, wird Ihre Order bestens, das bedeutet zum nächstmöglichen Kurs, ausgeführt.

Absoluter Wert oder Differenzwert als Limit ist möglich

Eine zweite Möglichkeit, die Ihnen das Trailing-Stop-Loss bietet, ist die Eingabe eines prozentualen Differenzwertes. Der aktuelle Geldkurs Ihres Wertpapiers wird auch hier bei 40 Euro angenommen. Ihr Trailing-Stop-Loss wird diesmal bei 36 Euro platziert. An Stelle des absoluten Differenzwertes geben Sie einen prozentualen Wert in Höhe von 10% an.

Wenn der Geldkurs Ihres Wertpapiers beispielsweise auf 45 Euro steigt, wird eine automatisierte Anpassung Ihres Trailing-Stop-Loss auf 40,50 Euro veranlasst. Das Stop-Loss-Limit beträgt in diesem Beispiel also immer 90% des neuen Geldkurses. Sobald der aktuelle Geldkurs das neue Limit von 40,50 Euro erreicht oder unterschreitet, erfolgt die Ausführung Ihrer Order zum nächsten festgestellten Kurs.

Das Trailing-Stop-Loss bietet Ihnen somit die Möglichkeit, steigende Kurse eines Wertpapiers zu berücksichtigen und so gegebenenfalls einen höheren Verkaufspreis zu erzielen.

Wie funktioniert die erweiterte Limitfunktion One Cancel the Other (OCO)?

Mit diesem Zusatz haben Sie als Anleger grundsätzlich die Möglichkeit, ein klassisches Verkaufslimit mit einem "Stop Loss" zu kombinieren. Zur Erinnerung: Ein klassisches Verkaufslimit ermöglicht Ihnen Verkauf zum Limit oder einem darüber liegenden Geldkurs. Das Verkaufslimit liegt bei einer OCO-Order üblicherweise über dem aktuellen Marktniveau und ermöglicht Ihnen so eine Gewinnmitnahme im Falle steigender Wertpapierkurse.

Gleichzeitig schützt das "Stop-Loss-Limit" Sie als Anleger vor unerwünschten Kursrückschlägen und veranlasst die Ausführung Ihrer Order, sobald ein bestimmter Kurs unterschritten wird.

Beispiel: Ihr beispielhaftes Wertpapier notiert bei 40 Euro. Ihr Verkaufslimit wird bei 55 Euro und Ihr klassisches Stop-Loss-Limit bei 30 Euro platziert. Erreicht oder unterschreitet der aktuelle Geldkurs Ihr Stop-Loss-Limit von 30 Euro, wird Ihre Order zum nächsten Kurs ausgeführt. Sollte der Geldkurs auf 55 Euro oder darüber steigen, so erfolgt Ihr Verkauf zu mindestens 55 Euro.

Mein Fazit

Ich setze diese beiden Orderfunktionen als Bestandteil meines aktiven und dynamischen Risikomanagements für Wertpapierportfolios regelmäßig ein. Ich kann Ihnen nur raten, dies auch in Ihre Überlegungen und Anlageentscheidungen mit einzubeziehen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten, Sie werden sehen Ihr Vermögen dankt es Ihnen.

Ihr

Markus Miller

... das Steuern ist wichtiger als die Steuern!


von
Markus Miller
Markus Miller

Markus Miller ist ein gefragter Experte, wenn es um das komplexe Thema internationale Vermögensstrukturierung und die globale Steuerung von Vermögenswerten geht.


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