Hypothekenkrise
Verstehen Sie die Interaktionen der Wirtschaftsbereiche
ENL5454
Und so entstand dann die Liquiditätskrise
Wem konnte man (am Hypothekenmarkt) trauen? Was wurde einem da wohl verkauft? Oft waren die Risiken für die Banken nicht einmal klar erkennbar, weil diese „Subprime“-Kredite so oft und gut verpackt wurden, dass diese faulen Eier bei der Bewertung aussahen wie Perlen. Nun wusste man, dass es nicht so war ... und wurde nervös. Daraus entstanden Turbulenzen am Geldmarkt die in Liquiditätsengpässe mündeten, die die Notenbanken mit milliardenschweren Kapitalspritzen beheben mussten.
Eine der am schnellsten umgesetzten Konsequenzen war eine Verschärfung der Kreditvergabe-Richtlinien. Wurde einem in den USA das Geld vorher noch nachgeworfen, war es plötzlich schwieriger, neues Geld zu bekommen.
Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum
Für diejenigen, die ohnehin bereits Schulden haben, wird es nun schwieriger. Der Wert ihrer Sicherheiten (sprich ihrer Häuser) beginnt zu sinken, sie werden schwerer verkäuflich und die Kreditrestriktionen verschärfen sich. Diese Kombination bedingt zwangsläufig die Notwendigkeit, vorsichtiger mit den Ausgaben zu sein. Und genau hier liegt des Pudels Kern.
Die US-Konjunktur ist zu zwei Dritteln vom Konsum abhängig. Und nicht vom Konsum der relativ wenigen Reichen, sondern von dem der ganz normalen Familien. Hier wirken sich die Konsequenzen der Immobilienkrise aus. Mal stark, mal weniger, oft gar nicht. Aber schon ein Rückgang des Konsums um 5% würde reichen, um das Wirtschaftswachstum in den USA völlig zum Stillstand zu bringen.
Abschwung ... das Rad beginnt sich zu drehen
Und dann beginnt sich das Rad, das durch die Immobilienkrise in Gang gesetzt wurde, erneut zu drehen. Ein Rückgang im Konsum bedingt Probleme am Arbeitsmarkt, denn der Rückgang bei Umsatz und Gewinn wird bei den Unternehmen zwangsläufig zu Entlassungen führen. Das vergrößert die Zahl derer, die sich weniger leisten können. Damit sinkt die Nachfrage am Immobilienmarkt erneut, dadurch platzen noch mehr Hypotheken, dadurch steigt die Zahl an notleidenden Investments in diesem Bereich ... ein Kreislauf ist in Gang gesetzt, der sich „Abschwung“ nennt.
Diese Phase ist Teil des ganz normalen Auf und Ab der Wirtschaft, wie man es in jedem Volkswirtschaftslehre-Buch finden kann. Doch wie immer nach mehreren Jahren des Wachstums glauben die meisten, diesmal habe man die Regeln gesprengt, der Schwerkraft ein Schnippchen geschlagen und den Jungbrunnen für ewigen Aufschwung gefunden. Und wie immer in solchen Phasen dauert es lange, bis die Verleugnung des Unvermeidlichen der Einsicht weicht.
Wundermittel gegen die Liquiditätskrise: Zinssenkungen?
Zinssenkungen sollen helfen, die Situation zu entschärfen, indem „billiges Geld“ Unternehmen ebenso wie Privathaushalte trotz schwieriger Zeiten animieren soll, zu investieren und so die stockende Wirtschaft wieder auf die Beine zu bringen. Bislang war dieses Vorgehen, wenn auch nie binnen kurzer Zeit, meistens erfolgreich. Doch diesmal ist der Verschuldungsgrad so hoch wie nie zuvor und die Banken auf einmal ob der unschönen Erfahrungen aus der Liquiditätskrise womöglich weniger bereit als früher, das bei ihnen anbrandende billige Geld in nötigem Umfang an die Konsumenten weiter zu leiten. Denn wer verleiht gerne Geld wenn er zweifeln muss, dass er es je wiedersieht?
Es gibt nicht den geringsten Hinweis darauf, dass der klassische Wirtschaftskreislauf auf einmal nicht mehr existieren würde, im Gegenteil. Selten klammerten sich so viele an blindes Verleugnen der Realität. Die ersten Auswirkungen waren im Sommer 2007 die Immobilienkrise, die Hypothekenkrise, die Liquiditätskrise. Das Rad hat begonnen, sich zu drehen. Und es ist gerade in diesem besonderen Umfeld eines ausgehöhlten, aufgeblasenen Kreditmarkts möglich, dass es sich besonders schnell und weit drehen wird… Empfehlung: Achten Sie bei Ihrer Geldanlage, egal ob mit Aktien oder Immobilien, auf dieses aktuell brisante Risiko.
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Turnaround-Werte: Unternehmen mit starkem Herz
Liebe Leser,
Der Börsenprofi Marcus Neugebauer konzentriert sich auf die Unternehmen, die wieder durchstarten wollen. Er sucht die Konzerne mit einem starken Herz und einem starken Überlebenswillen. Das sind Unternehmen, die bald wieder voll im Markt mitmischen.
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