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HypothekenkriseVerstehen Sie die Interaktionen der Wirtschaftsbereiche
Immobilienkrise + Hypothekenkrise + Liquiditätskrise
Das Argument, die Problematik „Immobilienkrise“ beträfe nur ein paar Häuserspekulanten, Leute mit zu wenig Ersparnissen und die eine oder andere Bank am Hypothekenmarkt mit unklugem Risikomanagement, geht am Kern der Sache vorbei. Diese drei Elemente Immobilienkrise, Hypothekenkrise und Liquiditätskrise sind nicht nur miteinander verbunden, sie stehen letztlich miteinander und mit den anderen Wirtschaftsbereichen in Interaktion. Das ließe sich so lange wider bessere Erkenntnis verleugnen, bis die negativen Konsequenzen – zuerst in der US-Wirtschaft – unübersehbar waren. Überlegen wir mal:
Die Ursprünge der Immobilienkrise
Der Prozess begann am Immobilienmarkt. In den USA, aber auch in Großbritannien und Spanien begann ein immenser Bauboom. Die Nachfrage nach Eigenheimen war groß, denn die Zinsen waren niedrig. Auch Haushalte mit geringem Einkommen rechneten sich aus, sich zu diesen günstigen Konditionen bequem ein Eigenheim leisten zu können. Zahllose Spekulanten sprangen auf den Zug ... und die Immobilienpreise stiegen zügig an. Doch was zu viele Familien nicht erkannten – weil man es ihnen auch nicht gerade auf die Nase band: Die Zinsbindung war meist nur kurz. Und mit der Neueinstufung ihrer Hypotheken stieg die Höhe der Zinsen und damit der monatlichen Raten auf einmal an. Bei 20 oder mehr Jahren Laufzeit kann der Anstieg des Hypothekenzinses um ein halbes Prozent reichen, um einen Kleinverdiener in Schwierigkeiten zu bringen.
Gleichzeitig entstand ein Überangebot an Immobilien. Die Spekulanten hatten es übertrieben ... die Preise (und Kurse der Immobilien-Aktien) stiegen zwar noch, aber die Zahl der Kaufwilligen nahm ab. Der Preisanstieg begann dadurch zu stocken. Und gerade in den Gegenden, in denen vorher Phantasiepreise für Häuser bezahlt wurden, fielen die Preise auf einmal. Doch das war nicht nur für die Spekulanten fatal. All diejenigen, die ihre Häuser verkaufen wollten oder mussten, standen plötzlich am Ende einer langen Schlange von Verkaufswilligen auf der Suche nach nicht vorhandenen Käufern.
Die Nebenwirkungen eines Booms
Das Überangebot drückte auf die Preise. Damit fiel die Zahl neu gebauter Häuser deutlich. Das hatte Konsequenzen auf die zahllosen Firmen, die direkt oder indirekt mit dem Baugewerbe zu tun hatten. Die Gewinne fielen schlagartig und erste Firmen mussten Mitarbeiter entlassen.
Damit haben wir an dieser Front nun Baufirmen, Häuserspekulanten und Hausbesitzer in Schwierigkeiten. Doch das war natürlich nicht das Ende der Auswirkungen, wenngleich viele das blauäugig erhofft hatten. Die Folgen begannen sich zu verbreitern.
Immobilienkrise bedingt sinkenden Kreditspielraum
Eines der Hauptprobleme wird meiner Meinung nach momentan immer noch ignoriert: Gerade in den USA ist der Verschuldungsgrad der Privathaushalte sehr hoch. Und als Sicherheit dienen in der Regel die Häuser der Schuldner. Doch der Wert eben dieser Sicherheiten beginnt nun sukzessive zu sinken – die Konsequenz aus den langsam sinkenden Preisen am Immobilienmarkt. Damit sinkt auch der finanzielle Spielraum, was Kredite angeht. So lange der Wert ihrer Häuser stetig zu steigen schien war es leicht, sich einen Kredit nach dem anderen zu besorgen. Doch heute ist das plötzlich anders. Denn:
Neben dem langsam sinkenden oder zumindest stagnierenden Wert der „Haupt-Sicherheit“ für Kredite spielt nun eine andere Front eine wichtige, zusätzliche Rolle:
Die Hypothekenkrise ist kein eng eingrenzbares Problem
Da die Blauäugigkeit nicht nur auf die Konsumenten beschränkt war, sind durch notleidende Hypotheken auch diejenigen ins Trudeln geraten, die diese als Investition angesehen hatten. Durch die steigende Zahl geplatzter Hypothekenkredite mussten Banken auf einmal große Summen abschreiben und auf einmal war die Hypothekenkrise da.
Schieflagen tauchten auf, die man vorher nicht einmal erahnt hätte und begannen, am Geldmarkt Misstrauen und Unsicherheit zu schüren. Und die Sicherheiten? Die Zahl der Zwangsversteigerungen steigt rapide und lässt so zugleich das Immobilien-Überangebot ansteigen. Die Sicherheiten für die geplatzten Kredite sind zwar da – aber niemand will sie haben, während sie sukzessive an Wert verlieren.
Immobilienkrise + Hypothekenkrise + Liquiditätskrise
Das Argument, die Problematik „Immobilienkrise“ beträfe nur ein paar Häuserspekulanten, Leute mit zu wenig Ersparnissen und die eine oder andere Bank am Hypothekenmarkt mit unklugem Risikomanagement, geht am Kern der Sache vorbei. Diese drei Elemente Immobilienkrise, Hypothekenkrise und Liquiditätskrise sind nicht nur miteinander verbunden, sie stehen letztlich miteinander und mit den anderen Wirtschaftsbereichen in Interaktion. Das ließe sich so lange wider bessere Erkenntnis verleugnen, bis die negativen Konsequenzen – zuerst in der US-Wirtschaft – unübersehbar waren. Überlegen wir mal:
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