Börsencrash

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Der entscheidende Faktor beim Börsencrash: Die Kettenreaktion

Was Kursverluste bei Aktien in dieser Größenordnung nur möglich macht, ist die völlige Überraschung über den Zeitpunkt der Verluste (eben weil die negativen Nachrichten bereits bekannt waren) und ein sehr hoher Anteil an derivativen (also hochspekulativen) Positionen.

 

Denn letztere bedingen ab einem gewissen Level die Verluste, so dass die Akteure dort zwangsläufig aussteigen müssen, da hier K.O.-Schwellen und hohe Hebel Totalverluste, teilweise sogar über den Einsatz hinausgehende Verluste (bei Futures) bedeuten würden. Besonders gesteigert wird das Risiko, wenn hier auch noch auf Kredit spekuliert wird, dadurch das Risiko also noch höher wird – wie es heutzutage bei Hedgefonds nicht unüblich ist.

 

Im Klartext: Wenn alle Welt der Meinung ist, es kann nichts passieren, und dementsprechend auch noch sehr riskante Positionen hält, ist ein Crash jederzeit möglich. Der effektive Auslöser kann eine Kleinigkeit sein, manchmal sogar nur der Umstand, dass mehrere große Marktteilnehmer gleichzeitig größere Bestände abbauen wollen und der Markt diese wegen zu geringer Kaufneigung nicht aufnehmen kann.

 

Dies alleine drückt die Kurse. Werden dabei charttechnische Unterstützungen unterschritten, erhöht sich der Abgabedruck um diejenigen, die hier ihre Stop-Loss-Marken platziert hatten und nun ebenfalls verkaufen wollen.

 

Ein Crash an der Börse als Quittung zu hoher Risiken

Akteure, die eigentlich auf jeden kleinen Rücksetzer hin einsteigen wollten (und damit ja eigentlich Geld verdienen wollten), werden nervös und ziehen ihre Käufe zurück. Die Kurse fallen dadurch weiter und können weitere Chartmarken durchbrechen und noch mehr Stop-Loss-Verkäufe auslösen. Durch diese Entwicklung wird mit jeder gebrochenen Chartlinie der Verkaufsdruck höher und die potenziellen Käufer unruhiger.

 

Und je weiter die Kurse fallen, desto mehr der derivativen Produkte müssen zwangsläufig unter Preis verkauft werden, einfach, um zu extreme Verluste zu vermeiden. Dies erhöht natürlich zugleich den Druck auf den Aktienmarkt selbst und verstärkt so die Kettenreaktion, die durch diese eine nach der anderen fallenden Stop-Loss-Zonen hervorgerufen wird.

 

Ein gutes Beispiel – wenngleich es für einen richtigen Crash der japanischen Börse nicht gelangt hat - ist der japanische Aktienindex Nikkei 225. Sie sehen: Im August 2007 durchbrach der Index gleich drei wichtige Chartmarken, was den Verkaufsdruck immer weiter erhöhte.

Cahrt Nikkei

Achten Sie also auf solche Situationen. Ende August 2007 zum Beispiel war die Situation folgende: Nachdem die Kurse nach scharfem Einbruch wieder stark gestiegen sind, wurden wir viele kleine Chartmarken überwunden, die nun Stop-Loss-Linien für die kurzfristigen Anleger darstellen.

 

Zugleich stand der Anteil an Derivaten auf Rekordniveau – und noch nie mischten die hochspekulativen Hedgefonds so aktiv an den Börsen mit wie aktuell. Und ungewöhnlich viele Anleger sind der festen Überzeugung, die Gefahr sei nun vorüber! Eines ist klar:

 

Natürlich ist es für Sie und Ihre Wertpapiere „angenehmer“, wenn eine plötzliche Gewinn bringende Rally einsetzt, die die Aktienkurse nach oben schiebt. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass Sie auch stets die Kehrseite der Medaille im Auge behalten sollten; nicht zwingend einen Crash, aber eine plötzliche und heftige Korrektur…

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