Kapitalschutz
Sage und schreibe bis zu 52,11 Prozent Plus konnte derjenige Investor machen, der im November 1929 den Einstieg beim Dow Jones Index wagte und dann prompt im April 1930 Kasse machte. Ähnlich steil ging es bspw. beim deutschen Leitindex vom Oktober 2001 bis zum März 2002 nach oben.
65-Prozent-Rallye
In dieser Zwischen-Erholung war es mutigen Anlegern vorbehalten, in der Spitze bis zu 65 Prozent Gewinn einzufahren. Übertragen auf die Gegenwart würde dies dem deutschen Leitindex durchaus noch Spielraum nach oben geben. Im Fall einer 52 Prozent-Rallye bis 5454 Punkte (ziemlich genau das 2002er-Hoch) oder bis auf 5920 Punkte, wenn wieder eine 65-Prozent-Zwischenerholung gelingen sollte. Für den Dow Jones würden sich daraus Kursziele von 9789 bzw. 10626 Punkten errechnen.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, die Sirenen werden täglich lauter und blasen zum Einstieg in den Aktienmarkt. Ein Schelm, wer nun denkt, dass exakt dann die mutigen Investoren, die im März diesen Jahres zugegriffen haben, ihre Gewinne realisieren.
Comeback des Bärenmarkts
Denn just dann, wenn niemand mehr an Krise und Baisse denkt, wird der große Bär wieder zuschlagen. Die Stimmung muss bullish, die wichtigen Indizes allesamt über der 200-Tage-Linie liegen und das Thema Crash und Finanzkrise" wieder ad acta gelegt sein. Einzig fraglich ist, wann es diesmal wieder so weit ist. Zwischen 1929 und 1930 bzw. 2001 und 2002 machte der Bärenmarkt ungefähr ein halbes Jahr Pause. Insofern könnte die Baisse ja bereits wieder im September diesen Jahres ihr Comeback feiern.
Verzögerung des strukturellen Abschwungs
Dennoch sollte man aktuell nicht unterschätzen, dass das gigantische Maßnahmenbündel der verantwortlichen Politiker und Notenbanker das Comeback des Bärenmarkts etwas verzögern könnte, aber letztlich nicht aufhalten wird. Insofern ist es nicht auszuschließen, dass die Baisse-Pause sich verlängern wird und der große Bär erst wieder im Frühjahr 2010 voll zuschlagen wird.
Am Ende des Tages wird die Stunde der Wahrheit allerspätestens dann kommen, wenn die Wirkung der diversen Stimulierungs- und Rettungspakete abflauen wird. Deshalb ist es aktuell völlig unerheblich, bspw. dem relativ stabilen deutsche Konsumklima viel Beachtung zu schenken. Wirklich brisant wird es erst dann werden, wenn irgendwann nach der Bundestagswahl die Kurzarbeiter- und sonstigen Konjunkturprogramme zu Ende gehen werden.
Sehr schön brachte es der Chefvolkswirt der Bayern LB, Pfister, auf den Punkt, der jegliche Hoffnung auf eine rasche und kräftige Erholung der Wirtschaft als völlig illusorisch bezeichnet.
Ebenso illusorisch scheint die Hoffnung der Bullen auf den Beginn einer wirklich nachhaltigen Hausse zu sein. Fragt sich letztlich nur, wann die Bären-Träume wieder Realität werden...
Das dicke Ende kommt erst noch!
Griechenland war nur die Blaupause für weitere Bankrotte mitten in der EU. Das Problem:
Deutsche Banken sind Hauptgläubiger in Griechenland! Darunter so „solide" Adressen wie die Hypo Real Estate (!) und mehrere Landesbanken.
Das nächste Land hat bislang noch keiner auf dem Radar (kein PIIGS-Land!). Obwohl seine Staatsanleihen „auf einem Bett aus Nitroglycerin" ruhen.
Griechenland war nur das Vorspiel. Klicken Sie hier.
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