Kapitalismus funktioniert auch im öffentlichen Nahverkehr
Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 11. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
Singapur bringt den ultimativen Beweis dafür, dass ein profitabler privater öffentlicher Personennahverkehr möglich ist, ohne dabei für überhöhte Fahrpreise zu sorgen.
Die Busse, welche hier eingesetzt werden, mögen nicht immer die neuesten sein, aber dafür sind sie effizient, schnell, flexibel und vor allem auch billig. Denn wer nur Bus und Bahn fährt, kann hier für 0,50 bis 1,00 Euro eigentlich überall hinkommen.
Mit dem Taxi gilt gleiches für 3 bis 10 Euro.
Der Privat-PKW kostet hier allerdings 100% mehr, als in Deutschland, was an hohen Einfuhrsteuern liegt.
Doch ein tieferer Autopreis würde hier zum Verkehrskollaps führen. Deshalb halte ich dieses Modell auch für andere Großstädte für empfehlenswert.
Übrigens habe ich noch nirgendwo so viele Porsches, Ferraris, Maseratis und Lamborghinis auf den Straßen gesehen wie hier. Dabei kostet ein gutes Standardmodell von Ferrari oder Lamborghini bereits umgerechnet 500.000 Euro. Morgen gehe ich mal bei der Lamborghini-Vertretung vorbei und frage nach der Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge, vielleicht kann ich daraus einen Wirtschaftsfrühindikator entwickeln, der dann eine Prognose für die Lage am Aktienmarkt hergibt. Denn, so lange es hier noch genügend Leute gibt, die sich einen Lamborghini leisten können, brauchen Sie sich um die generellen Aussichten des asiatischen Aktien- und Immobilienmarktes zumindest langfristig nicht allzu sehr sorgen.
Herzliche Grüße
Andreas Lambrou
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Friedrich (11.03. 2010 22:46 Uhr):
Zum effizienten und preisgünstigen Nahverkehrssystem von Singapur gehört eine hohe Frequenz und Auslastung, das gezielte Ausbremsen des Individualverkehrs durch hohe Gebühren, junge, mobile Bewohner, eine lückenlose Fahrkartenkontrolle ohne Sozialtarife sowie hohe Gruppendisziplin mit Selbstkontrolle.
Antworten - Kommentar von Holger Lamberts (12.03. 2010 16:09 Uhr):
Hallo, Herr Lambrou, achtung! wenn Sie aus den Lamborghinies in Singapur Schlüsse ziehen wollen, sollten Sie zuerst mal rauskriegen ob die von Beamten oder von arbeitenden Menschen gefahren werden. Bei uns in Österreich verdienen Beamte 7.000,- Euro im Durchschnitt, aber 98% aller Beamten und alle, die ich kenne, verdienen weniger. Die darüber fahren aber hier auch keine Lamborghinies weil sie unerkannt, unbekannt und geheim bleiben wollen. Nachdem die Proteste in Griechenland wirkungslos verhallen, wird Griechenland zum Vorbild. Sparpakete und Steuererhöhungen sind in. Gespart wird bei den Familien, Arbeitern und kleinen Beamten. Von den Lamborghinies, die unsere "höheren" Beamten im Ausland fahren, spricht man nicht, höchstens von der Mineralölsteuer für Pendler, die dann in den "Saueren Wiesen" versickert und wenn's gut geht, nur im Umsatz bei Lamborghinie Blasen bildet. Mein Motto: Augen auf, Kriechen gibts auf der ganzen Welt ! Aber wissen Sie jetzt schon, ob diese neuen Sparpakete den Umsatz bei Lamborghinie oder bei Ferrarie ankurbeln werden ? Danke und alles Gute nach Singapur
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