Kapitalabflüsse in allen Sektoren
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 14. Mai 2009, 17:00 Uhr
ENL5454
Liebe Nebenwerte Freunde,
jetzt könnte langsam etwas Bewegung in die Märkte kommen, nachdem ich ja in den vergangenen Tagen hier schon zweimal die Euphorie gedämpft habe. Einige Leser meinten in ihren E-mails an mich, ich würde über das Ziel hinausschießen. Aber es ging mir nicht darum, hier als Spielverderber zu gelten, oder Ihnen den Spaß an den steigenden Kursen zu nehmen. Vielmehr zeigt das hier vorgestellte Konzept des Bullish Percent Index Gefahrenzonen sehr deutlich und objektiv und mahnt phasenweise zur Vorsicht. In anderen Zeiten zeigt es uns, wann wir mit geringem Risiko einsteigen dürfen, da die Dynamik nach unten erloschen ist und sich allmählich wieder die Nachfrage durchsetzt. Märke und Sektoren schwingen wie Pendel zwischen überkauften und überverkauften Zuständen. Dieses Wissen sollten wir ohne Emotionen ausnutzen und uns nicht vom Mainstream" der Tagespresse einlullen lassen.
Die Kurse waren weit vorgelaufen
Daran gibt es nichts zu beschönigen. Der DAX z.B. ist über 1.000 Punkte vom Tief in wenigen Wochen nach oben geschossen und hat uns die stärkste Rallye seit 1939 beschert. In dieser Zeit gab es einige gute Nachrichten, keine Frage. Aber am Ende des Tages kommt die Nagelprobe in Form der Frage, ob diese Verbesserungen ausreichen, die Weltkonjunktur wirklich aus der Gefahrenzone zu schieben. Ich wäre da etwas vorsichtig. Daher halte ich relativ große Schwankungen an den Märkten, die per Saldo seitwärts führen, bis in den frühen Herbst hinein für das wahrscheinlichste Szenario. Übrigens ist der Sommer nicht gerade eine Jahreszeit, die für stetig steigende Kurse berühmt ist. Auch psychologisch ist die Zeit nun reif für Gewinnmitnahmen, da die meisten Quartalsberichte auf dem Tisch liegen. Auch der viel zitierte Banken-Streßtest ist veröffentlicht und hat offenbar, trotz einiger Fragezeichen, keine großen Irritationen hervorgerufen. Auf der anderen Seite rückt aber nun die die Märkte weltweit belastende finale Entscheidungsschlacht um General Motors immer näher. Der US-Arbeitsmarkt ist zweifelsfrei so angespannt, dass schlechte Nachrichten diesbezüglich die Stimmung schnell wieder dämpfen würden. Die gestrigen enttäuschenden Einzelhandelsdaten waren ein Vorgeschmack. Übrigens gehört der Konsumsektor weltweit zu den überkauftesten Branchen.
Umgekehrte Vorzeichen
In früheren Jahren, z.B. nach den Krisen um den Long Term Credit Hedge Fund, der Rußland Problematik 1998, der Asienkrise 1997 oder zu Beginn der Hausse im März 2003, standen die Märkte unter anderen Vorzeichen. Vor allem funktionierte damals stets die Kreditvergabe, an der es heute hapert. Seit den 90-er Jahren profitierten die Aktienmärkte von sinkenden Zinsen und steigenden Immobilienpreisen. Auch wichtige technologische Neuerungen fielen in diesen Zeitabschnitt. Alle diese stützenden Faktoren fehlen heute, weshalb es die Märkte schwer haben auf dem Weg nach oben. Seit vielen Jahren erhöhen die Amerikaner heute sogar vernünftigerweise ihre Sparquote und konsumieren weniger. Aber auch dieser längst überfällige Schritt trägt dazu bei, dass die Börsen wahrscheinlich über längere Zeit für Trader attraktiv und Investoren sehr schwierig bleiben.
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Nebenwerte Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Dienstag, 22. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Travel Trader
Ihr Börsendienst mit dem globalen Insidernetzwerk
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Travel Trader