Sven Weisenhaus handelt seit mehr als 10 Jahren Aktien, Zertifikate und inzwischen hauptsächlich CFDs. Im Wave Daily dreht es sich meist um Elliot Wellen.
Sven Weisenhaus in Wave Daily
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Aber werfen wir trotzdem noch einen Blick auf den Immobilienmarkt, um das Bild wenigstens zu komplettieren. Auch hier kann man zwischen harten Fakten (eindeutige Zahlen) und weichen Indikatoren (Indizes) unterscheiden. Beginnen wir mit den Indizes.
Indizes zum US-Immobilienmarkt überraschen positiv
Der NAHB/WF Housing Market Index notiert für Mai 2012 bei überraschend hohen 29 Punkten. Damit wurde der Rückgang im Vormonat wieder komplett aufgeholt und noch ein wenig drauf gepackt, was ein sehr erfreuliches Ergebnis ist.

(Quelle: Markt-Daten.de) NAHB/WF Housing Market Index
Der Housing Preis Index der Federal Housing Finance Agency ("FHFA Housing Price Index") ist im März um 0,6 % zum Vormonat gestiegen. Der FHFA House Price Index ist nach dem Case-Shiller-Index der wichtigste Immobilienindex in den USA. Er spiegelt die Preisentwicklung am US-amerikanischen Immobilienmarkt wider. Ein Nachteil dieses Index (und aller Hauspreisindizes) ist, das er zwar detailliert Auskunft gibt, aber aufgrund der Datenmenge erst 2 Monate nach Abschluss des Untersuchungszeitraumes veröffentlicht wird.
Wohnungsbau kann ebenfalls zulegen
Die Zahl der US-amerikanischen Wohnbaugenehmigungen liegt im April bei 715.000 und enttäuschten damit leicht. Erwartet wurden 725.000 bis 730.000 und im Monat davor waren es sogar noch 769.000 (nach oben revidiert von 747.000).
Die Zahl der Wohnbaubeginne konnte dagegen leicht zulegen auf im April 717.000. Erwartet wurden 675.000 bis 680.000 nach 669.000 im Vormonat (revidiert von 654.000).

(Quelle: Markt-Daten.de) Baubeginne und Baugenehmigungen in den USA
Hier erhalten wir zwar erneut gemischte Zahlen, der Trend zeigt insgesamt aber noch klar nach oben.
Hausverkäufe stabilisieren sich auf niedrigem Niveau
Die Zahl der Verkäufe bestehender Häuser ist im April auf 4,62 Mio. gestiegen. Im Monat zuvor waren 4,47 Mio. Häuser verkauft worden (revidiert von 4,48 Mio.).

(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe bestehender Häuser, 1 Jahr
Der Trend zeigt auch hier klar nach oben, wenn auch von deutlich niedrigerem Niveau aus, wie die folgende längerfristige Grafik zeigt.

(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe bestehender Häuser, seit 1968
Erfreulich ist auch, dass die Preise (bestehende Häuser) wieder kräftig anziehen konnten, wie die folgende Grafik zeigt. Sie deckt sich damit mit den Informationen des oben erwähnten FHFA Housing Price Index.

(Quelle: Markt-Daten.de) Preise bestehender Häuser, seit 2000
Die Zahl der Verkäufe neuer Häuser ist in den USA im April auf 343.000 angestiegen. Im Monat zuvor waren 332.000 Hausverkäufe registriert worden (revidiert von 328.000).

(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe neue Häuser, 1 Jahr
Auch hier wird der Anstieg wieder aufgenommen, nach einem kleinen Einbruch im März (obere Grafik) - allerdings ebenfalls auf extrem niedrigem Niveau (folgende Grafik).

(Quelle: Markt-Daten.de) Verkäufe neue Häuser, seit 1963
Und zum Schluss noch zu den Bauausgaben. Diese sind im April um 0,3 % gestiegen. Im Vormonat waren die Bauausgaben in den USA ebenfalls um 0,3 % gestiegen (revidiert von 0,1 %).

(Quelle: Markt-Daten.de) Bauausgaben
Hier ist auffällig, dass sich der öffentliche Sektor seit Monaten deutlich zurückhält. Angesichts der Verschuldung in den USA sicher kein schlechter Plan, solange der Bausektor damit nicht völlig untergeht. Doch der private Sektor scheint die Zurückhaltung bei den öffentlichen Bauausgaben derzeit aufzufangen.
US-Daten: Nur eine Zwischenerholung?
Bis zum Anfang des Jahres 2012 konnte ich fast ausschließlich positive US-Daten vermelden, dann wendete sich das Blatt hin zu überwiegend schlechten Nachrichten. Und jetzt sind die Daten sehr gemischt. Ob es sich nun nur um eine Zwischenerholung handelt und es dann wieder Richtung Double-Dip geht oder ob sich nur um einen Rückgang im Aufwärtstrend der Daten und nun wieder um eine Wende nach oben handelt, ist aus heutiger Sicht völlig offen. Genauso offen ist die Wirkung auf die weitere Kursentwicklung. Grundsätzlich sieht es für mich so aus, wenn man sich einmal alle Charts anschaut, dass es sich nur um einen Rückgang im Aufwärtstrend der US-Konjunktur handelt.
Charttechnik erhält derzeit den Vorrang
Solange die Krise in Europa schwelt und sich die Konjunktur hier am Rande der Rezession befindet und sich zusätzlich die US-Daten uneinheitlich präsentieren, wird es sehr schwer, die aktuelle Entwicklung zu traden. Da hilft es nur, Unterstützungsmarken zu finden, an denen es zu einer Gegenbewegung oder gar Trendwende kommen könnte. Dies hat ja in der vergangenen Woche hervorragend funktioniert und der Wochenstart heute sieht auch nicht ganz so schlecht aus. Es bleibt nichts anderes übrig, als der Charttechnik vorläufig den Vorrang zu geben und die US-Daten weiter zu beobachten.
Ich wünsche Ihnen einen guten Start in die neue Woche
Sven Weisenhaus