Kanada: Der stille Star im Schatten der USA
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 5. Juni 2009, 19:00 Uhr
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Was fällt Ihnen ein, wenn Sie an Kanada denken? Die Meisten denken vielleicht an Biber, Elche und Grizzlybären, an ein atemberaubendes Naturparadies, den Ruf der Wildnis. Allein Kanadas Tierwelt ist eine Reise wert. Wenn Sie Menschen fragen, in welches Land sie gern auswandern würden, rangiert Kanada immer ganz oben.
Dabei hat Kanada insgesamt gewaltige Dimensionen. Denn Kanada verfügt als zweitgrößter Flächenstaat über eine Fläche fast so groß wie Europa. Allein 6 verschiedene Zeitzonen müssen berücksichtigt werden. Besiedelt wird das Riesenland aber nur von 32 Millionen Menschen.
Kanada ist auch ein Einwanderungsland. Jedes Jahr kommen mehrere Zehntausend Europäer hinzu. Bemerkenswert ist aber auch der Zustrom aus Lateinamerika und Asien. So lassen sich in den boomenden Großstädten jenseits der Rocky Montains seit Jahren Japaner, Koreaner, Vietnamesen und Chinesen nieder. Das führt zu einer einmaligen kulturellen Vielfalt. Und zwar nicht im Sinne von Melting Pot, also Schmelztiegel, sondern eher einem Mosaik.
Zwar gab und gibt es immer wieder Rivalitäten zwischen den Gründernationen Frankreich und Großbritannien. Doch die Kanadier haben sich nicht zu Kriegen in Vietnam und Irak hinreißen lassen und leisten sich auch kein Guantanamo.
Ich habe im letzten Jahr Amerikaner in Paris getroffen, die sich als Kanadier ausgegeben haben. In der Tat kommen einem Kanadier häufig als die sympathische Variante der Amerikaner vor. Ich habe sie jedenfalls zum Beispiel in Ecuador, Guinea oder Vietnam immer als sehr angenehme und keinesfalls oberflächliche Gesprächspartner empfunden.