Kampf der Titanen, Teil 2 von 2
Justice Litle in Traders Daily
vom 3. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Zu wissen, wie der Markt funktioniert, stärkt unsere Überzeugungen. Impulsivität zu erwarten und zu wissen, wie man mit Korrekturen umzugehen hat, wenn sie kommen, ist ein entscheidendes Teil des Puzzles.
2. Immer schön beweglich bleiben
George Soros, der Mann der die Bank of England brach und eine Milliarden Dollar machte, indem er es tat, hat einen Rat sowohl für Anleger als auch für Trader: „Impulsivität ist an Wendepunkten am höchsten und geht zurück, wenn sich der neue Trend etabliert hat."
Die Sache ist, dass wenn man sich auf der richtigen Seite des Trends befindet, entspannen möchte, und den Markt sein Ding machen lassen, weil man weiß, dass man sich auf Dauer positioniert hat. Aber...wenn der Markt anfängt, Warnsignale abzugeben, z.B. in der Form von Impulsivität und schwächerer Ausrichtung, und zappelig wird, ohne Boden unter die Füße zu bekommen, dann wird es Zeit, die Augen offen zu halten.
Und in der gegenwärtigen Umgebung wäre es ein Signal, Edelmetallen stärker zu gewichten. Warum? Wie John Maudin bemerkt: „Gold wird von vielen eher für eine neutrale Währung gehalten als für einen weiteren Rohstoff. Gold ist ein sicherer Hafen in Zeiten ausgeprägter finanzieller Unsicherheit, und es gibt eine so hohe Schuldenbelastung dass, wenn die Dinge untergehen, sie nicht leise untergehen."
Das macht Gold (und in einem geringeren Maße auch Silber) zu einer Art idealen Auffangnetz. Edelmetalle als Wertanlage werden einen Vorteil haben, falls und wenn eines der folgenden Ereignisse eintritt:
Ein scharfer (aber zeitlich begrenzter) Abfall der Weltwirtschaft, ein feindlicher Ausbruch der verfahrenen finanziellen Situation zwischen China und den Vereinigten Staaten, ein Terrorakt oder eine regionale politische Krise, die die Preise von Rohöl über Nacht auf 100 Dollar treiben könnte und so eine Inflation auslösen würde, die den Dollar in den freien Fall bringen könnte. Es ist vielleicht nicht notwendig sofort etwas zu tun, aber es ist Zeit, sich Gedanken zu machen und genau zu beobachten.
3. Überzeugung ist der Schlüssel
Wenn sie ein aktiver Anleger sind, dann wissen sie, dass der Ritt bis jetzt wild war, aber auch wilde Profite abgeworfen hat. Aber es wird noch wilder. Jesser Livermore bemerkt dazu, dass das dicke Geld auch nicht mit Traden, sondern mit Sitzen gemacht wird. Man lässt die große Bewegung entstehen und bleibt beharrlich, weil man weiß, dass man richtig liegt und sitzen bleiben kann.
Das soll nicht heißen, dass man blind kaufen und dann daran festhalten soll und ganz bestimmt soll es nicht zu passiver Akzeptanz von allem was da passiert verführen. Es heißt, dass man die Voraussicht und die Überzeugung haben soll, einen dominierenden Trend zu erkennen und ihn voll auszureizen, dabei nicht ungeduldig werden soll oder das Handtuch werfen.
Eine Korrektur kann Anlass dafür sein, dem Markt erstmal fernzubleiben...aber es kann auch eine Einladung sein, mit langfristigerem Blick Kernpositionen zu besetzen.
Ebenso sind die Edelmetalle wieder in Form, und sie werden rapide ansteigen, im Fall einer Inflationswelle oder eines destabilisierenden politischen oder finanziellen Ereignisses... für langfristige Möglichkeiten bedeutet das, dass die Bewegung gerade erst angefangen hat. Man sollte sich für die kurz- und mittelfristige Basis taktische Flexibilität bewahren und gleichzeitig eigenen Überzeugungen bewahren, wenn sich der Hauptzyklus ausbreitet.