Kalte Dusche aus China?

in Insider Daily zum Thema Global Anlegen
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Es ist noch nicht einmal eine Woche her, dass ich Ihnen an dieser Stelle von den mahnenden Worten Alan Greenspans berichtete, der vor einem Platzen der Börsen-Blase in China warnte. Und nun das: Die Chinas Regierung beschließt kurzfristig, eine Steuer auf Aktiengeschäfte zu verdreifachen. Diese so genannte Stempelsteuer beläuft sich jetzt auf 0,3% statt zuvor 0,1%. Hintergrund ist natürlich, dass man die allzu große Gier der Anleger nach Aktien bremsen will – bekanntlich versucht gerade in China so gut wie jeder, an der Börse seinen Traum vom großen Reichtum wahr zu machen. Die wohl als „kalte Dusche“ für zu hitzige Spekulanten gedachte Maßnahme hatte durchschlagende Wirkung: Der SSE Composite fiel um 6%. Der Einbruch relativiert sich allerdings, wenn Sie sich das Kursplus von mehr als 60% in diesem Jahr anschauen. Analysten erwarten auch nicht, dass es zu einem ernsthaften Einbruch und einer dauerhaften Abkühlung kommt. Trotzdem kam es dann heute auch im DAX erst einmal zu Verlusten – wie dauerhaft, wird sich zeigen, auch wenn wir dringend eine Verschnaufpause brauchen. Jedenfalls zeigt uns allen dieses Ereignis, wie schnell sich die Marktlage auch mal ändern kann, nachdem ständig steigende Kurse fast schon zur Gewohnheit wurden.


Top oder Flop- wie geht’s weiter?

Dennoch ist es genauso wenig auszuschließen, dass der DAX noch vor dem Sommer neue Höchststände erreicht. Das letzte Allzeithoch stammt aus dem März des Jahres 2000 und liegt bei 8.136 Punkten. Neben einer möglichen China-Krise gelten weiter die Ihnen bekannten Unsicherheitsfaktoren steigende Rohstoff- und Ölpreise sowie die schwelenden Probleme auf dem Immobilienmarkt in den USA. Und noch einen Punkt gibt unser Chefredakteur Jürgen Schmitt vom AKTIEN-MONITOR zu bedenken: „Vor allem institutionelle Anleger aus dem Ausland haben die ,Deutschland-Story’ rechtzeitig erkannt und hier mittlerweile hervorragend verdient. Sollten diese demnächst Kasse machen und sich nach neuen Chancen umsehen, stellt sich die Frage, ob deutsche Anleger diesen Kapitalabzug ausgleichen können.“ Hier sieht der Experte eine gewisse Korrekturgefahr, über die sich viele noch gar nicht im Klaren sind.

Wie investieren Sie in dieser schwierigen Lage?

Schmitts Experten-Rat lautet, bei Neuengagements gezielt auf Sonderchancen zu setzen, sich bei bestehenden Investments mit engen Stoppkursen abzusichern und genügend Liquidität bereit halten, um gerüstet zu sein, wenn eine gute Einstiegsgelegenheit kommt. Eine diese Sonderchancen sieht der Chefredakteur derzeit zum Beispiel bei TUI. Hier besteht nämlich im Vergleich zu anderen DAX-Titeln reichlich Nachholpotenzial, zudem gilt das Unternehmen nach wie vor als Übernahmekandidat, auch wenn die Hannoveraner dies verhindern wollen. So erhöhte der ägyptische Investor Hamed El Chiaty kürzlich seinen TUI-Anteil auf über 4%. Auch CDG, ein staatlicher marokkanischer Fonds, ist mit 1,6% eingestiegen – über eine Erhöhung des Anteils wird spekuliert.

In der Gerüchteküche geht es hoch her!

Im Bereich der Containerschifffahrt will der Konzern das Ergebnis schnell und nachhaltig verbessern, und die Perspektiven sind angesichts des zunehmenden Welthandels und der brummenden weltweiten Konjunktur durchaus gut. Den Angaben des Hamburger Weltwirtschaftsinstituts zufolge soll der Umschlag von Containerfrachten bis 2030 um 630% zulegen, und das nur in Europa. Im Reisegeschäft unternimmt TUI einiges für den künftigen Erfolg: Dazu gehört der Kauf eines Dorfes in der Toskana, das zum Ferien-Resort werden soll, sowie der Kauf neuer Boeing-Maschinen im Wert von 3,5 Mrd. Euro. Nach wie vor will TUI keine Ergebnisprognose für 2007 liefern, die zahlreichen Gerüchte und Spekulationen um den DAX-Konzern könnten das Papier dennoch beflügeln.

Ihnen einen erfolgreichen Börsentag!


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