Kaffeepreis: wie es weitergehen könnte...
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 24. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5454
Kommen wir noch einmal auf den Knackpunkt Brasilien zurück. Brasiliens Kaffeebäume treten also in ein on year ein! So weit, so gut, doch die hohen Ernteerwartungen erweisen sich möglicherweise als verfrüht und übertrieben.
Denn Brasiliens Kaffeebauern haben mit einem Problem der besonderen Art zu kämpfen
Im vergangenen Jahr gab es häufige starke Regenfälle in Brasiliens Kaffeeanbaugebieten. Dieser Umstand sorgte dafür, dass die Kaffeeblüten in weiten Teilen der Anbaugebiete sich nicht gleichmäßig, also nicht synchron, geöffnet haben. Dementsprechend befinden sich die Kaffeekirschen nun (und während der Ernte) in unterschiedlichen Entwicklungsstadien. Aufgrund dessen müssten die Kaffeebauern die einzelnen Kaffeebäume mehrmals in verschiedenen Zeitabständen abernten und dabei jeweils nur die Früchte mit dem optimalen Reifegrad pflücken.
Dieses Vorgehen allerdings ist nicht nur sehr zeitaufwändig, sondern auch sehr kostenintensiv (denn es erfordert einen hohen Arbeitskräfteaufwand, da die Kaffeekirschen in diesem Fall selektiv mit der Hand gepflückt werden müssen). Deshalb wird der Großteil der Ernte durch die so genannte Strip-Pflückung geerntet. Hierbei werden alle Kaffeekirschen in einem Vorgang vom Zweig gestreift, unabhängig vom jeweiligen Reifegrad. Erst hinterher werden dann die un- oder überreifen Kirschen maschinell oder von Hand aussortiert.
Aufgrund der unterschiedlichen Blüte ist die Gefahr also groß, dass während der kommenden Ernte der Ertrag an hochqualitativem Arabica-Kaffee sinkt. On Year hin oder her!!
Doch, wie gesagt, das Resultat der kommenden Ernte wird sich erst in einigen Monaten herauskristallisieren. Dementsprechend halte ich die spekulativen Reaktionen auf die kommende Ernte aktuell noch für verfrüht!
1,30er Marke bietet Unterstützung
Coffee C (Arabica) zur Lieferung im Mai an der ICE US/NYBOT
Quelle: CFX-Broker
Wie ich am Montag schon schrieb, hat sich der Preis mittlerweile über der Marke bei 1,30 US-Dollar pro Pfund stabilisiert und notiert aktuell bereits wieder bei 1,34 US-Dollar.
Im Angesicht der aktuell vorherrschende Defizit-Lage im Kaffeemarkt, der stark rückläufigen Exporte und in Anbetracht der Möglichkeit weiterer Stützungskäufe durch die brasilianische Regierung, dürfte der Arabica-Preis durchaus weiteres Erholungspotenzial über die kommenden Monate aufweisen. Wie ich ich meinen letzten Updates schon geschrieben hatte, bieten zwischenzeitliche Rücksetzer (wie zuletzt) eine günstige Gelegenheit. Ab der zweiten Jahreshälfte sollte dann der tatsächliche Status der brasilianischen Ernte erneut stärkeren Einfluss begründen.
So long liebe Leser....damit verabschiede ich mich für heute, um morgen früh meinen Tag - wie immer - mit einer schönen, heißen, dampfenden Tasse Kaffee aufs Neue zu beginnen...ich wünsche auch Ihnen morgen einen guten Start in den Tag und natürlich zuvor einen schönen Abend...bis morgen und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Rohstoff Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Taipan
Der Börsenbrief für internationale Trendwerte – Emerging Markets, Nanotechnologie, Biotech, Wasser, Rohstoffe, Sicherheits- und Verteidigungstechnologie
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Taipan
