Kaffeepreis: Super-Entwicklung
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 29. März 2010, 20:00 Uhr
ENL5462
nachdem die Kaffee-Preise in der letzten Woche so super abgeschnitten haben, widme ich dem Kaffee heute ein weiteres Update!
Arabica-Kaffee: knappes Angebot zahlt sich aus
In der letzten Woche haben wir uns bereits sehr ausführlich mit dem Arabica-Kaffee beschäftigt. Aktuell befindet sich der Kaffee-Markt in einem Defizit und auch die Fundamentaldaten aus Brasilien, dem weltweit größten Arabica-Produzenten, für die kommende Ernte wirken mittlerweile unterstützend. Dort treten die Kaffeebäume zwar in ein on year ein, doch aufgrund der starken Regenfälle im vergangenen Jahr ist die Gefahr groß, dass während der kommenden Ernte der Ertrag an hochqualitativem Arabica-Kaffee sinkt.
Nun wirken weitere Wetterprognosen unterstützend. Wie Somar Meteorologia berichtet, erwarten Brasiliens Hauptanbaugebiete im diesem Winter möglicherweise den ersten Frost seit 10 Jahren. Während der letzten Frost-Periode im Winter 2000 sanken die Erträge um 1,4 Millionen Sack, gemäß Iapar (Agrarwissenschaftliches Institut Parana).
Mittlerweile hat der Markt nun damit begonnen zumindest das aktuelle Defizit wieder einzupreisen.
So konnte Arabica zur Lieferung im Mai in der letzten Woche um fast 3,8% zulegen und erreichte am Freitag bereits ein 8-Wochen-Hoch bei 1,37 US-Dollar pro Pfund. Und auch heute geht die starke Entwicklung weiter. So notierte der Kontrakt heute zwischenzeitlich bereits über 1,38 US-Dollar pro Pfund.
Aktuell notiert Arabica-Kaffee zur Lieferung im Mai an der ICE US/NYBOT bei 1,3770 US-Dollar pro Pfund.
Quelle: CFX-Trader
Robusta-Kaffee: Entwicklung in der letzten Woche noch stärker
Während wir uns bislang zwar vornehmlich mit dem Arabica-Kaffee beschäftigt haben, sollte allerdings der Robusta-Kaffee nicht unbeachtet belassen werden. Der Preis für Robusta-Kaffee zur Lieferung im Mai, der heute zeitweilig bei über 1.380 US-Dollar pro Tonne notierte, hat in der letzten Woche um über 6,4% zugelegt.
Auch die Produktion Vietnams, des weltweit größten Robusta-Produzenten zeigt sich im aktuellen Erntejahr, nach Angaben der Internationalen Kaffeeorganisation, um 500.000 Sack rückläufig gegenüber dem Vorjahr. Erschwerend auch im Falle des Robusta-Kaffees: rückläufige Lagerbestände. So sind in den letzten beiden Wochen die Robusta-Bestände an der Liffe in London um 2,8% gesunken.
Aktuell notiert Robusta-Kaffee zur Lieferung im Mai an der Euronext/Liffe bei 1.372 US-Dollar pro Tonne.
Quelle: CFX-Trader
So kann ich meine Prognose nur noch einmal wiederholen: Im Angesicht der aktuell vorherrschenden Defizit-Lage im Kaffeemarkt, der stark rückläufigen Exporte und in Anbetracht der Möglichkeit weiterer Stützungskäufe durch die brasilianische Regierung, dürfte die Kaffee-Preise durchaus weiteres Erholungspotenzial über die kommenden Monate aufweisen. Zwischenzeitliche Rücksetzer (wie zuletzt) können hierbei eine günstige Gelegenheit bieten. Ab der zweiten Jahreshälfte sollte dann der tatsächliche Status der brasilianischen Ernte erneut stärkeren Einfluss begründen, wobei der qualitativ hochwertigere Arabica im Angesicht eines möglichen Ertragsrückgangs an qualitativ hochwertigem Kaffee ein stärkeres Potenzial begründen könnte.
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