K+S: Vom Übernahmekandidaten zum Übernehmer
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Dax 30
vom 25. November 2010, 14:30 Uhr
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die Kali- und Düngemittelbranche scheint derzeit weltumspannend im Konsolidierungsfieber. Erst wollte der australische Bergbauriese BHP Billiton den kanadischen Düngemittelkonzern Potash für sage und schreibe 39 Mrd. Dollar schlucken und sorgte damit für eine Kursrally unter Kaliaktien. Die Aktien des Kasseler Potash-Rivalen K+S beispielsweise konnten infolge der geplanten Übernahme rund 44% zulegen. Dann zog BHP aufgrund des Vetos der kanadischen Regierung seine feindliche Offerte auf Potash zurück. Die Aktie von K+S gab nach. Doch schnell war neue Kursfantasie gefunden. Denn mit einem Streubesitz von 75% ist K+S selbst attraktiv für mögliche Übernahmeinteressenten.
Das sehen auch die Experten von "Fuchs-Briefe" so. Sie sehen K+S sogar als Profiteur der gescheiterten Potash-Übernahme. „Außer BHP interessieren sich auch andere Rohstoffkonzerne für Kaliunternehmen", heißt es in der jüngsten Kaufempfehlung des Börsenbriefes. „Die neueste Entwicklung macht die Aktie noch interessanter. Empfehlung: Kaufen. Kursziel: 59,50 Euro", so die Experten.
Die Weichen für weiteres Wachstum sind gestellt
Nun hat sich das Blatt aber gewendet. Der selbst als Übernahmekandidat gehandelte Düngemittelproduzent schlägt in Kanada zu, und zwar auch bei Potash, aber Potash One. Die Gesellschaft, die in Kanada umfangreiche Kali-Abbaurechte besitzt, ist unabhängig von der Potash Corp. Und auch im Falle des Kaufpreises sind die beiden Namensvetter kein Vergleich. Hätte BHP für Potash einige Milliarden von Dollar hinblättern müssen, bekommt K+S Potash One für umgerechnet 311 Mio. Euro. Für diesen Preis aber bekommt der Kasseler Kalispezialist ein neues Kalivorkommen, das "zusammen mit den bestehenden inländischen Kalibergwerken die internationale Wettbewerbsfähigkeit von K+S stärken wird", so Konzernchef Norbert Steiner. Potash One stehe dem Ansinnen von K+S offen gegenüber. Mitte Dezember soll das offizielle Angebot an die Aktionäre erfolgen.
Den Börsenexperten gefällts. Die Analysten von Independent Research beispielsweise stuften K+S nach der angekündigten Übernahme von Potash One von "Halten" auf "Kaufen" hoch und hoben das Kursziel von 54,00 auf 57,00 Euro an. Der Düngemittel- und Salzproduzent habe damit die seit langem geplante Kapazitätssteigerung im Kalibereich begonnen, schrieb Analyst Stefan Röhle in seiner Analyse. Die Finanzierung aus dem Cashflow sei angesichts der aktuellen Kalipreise und -mengen realistisch. Die eingeschlagene Expansion rechtfertige ein "Kaufen"-Votum und ein höheres Kursziel.
Die Rally läuft - Ende der Fahnenstange noch nicht errreicht
Die langfristige Wachstumsstory bei K+S ist absolut intakt. CEO Steiner hob nach den zuletzt guten Quartalszahlen die Gesamtjahresprognose an. Operativ wollen die Kasseler nun zwischen 630 und 670 Mio. Euro verdienen. Zuvor wurden 550 bis 600 Mio. in Aussicht gestellt. Und mit der Übernahme von Potash One werden die Weichen für weiteres Wachstum gestellt. Die Aktie legt auch heute wieder zu, der Widerstand bei 50 Euro ist genommen. Und das war keinesfalls das Ende der Fahnenstange.
Ich wünsche Ihnen einen erfolgreichen Börsentag.
Ihre
Cindy Bach