John Templeton's 5 Punkte Plan zu finanzieller Unabhängigkeit
Von Dr. Mark Skousen in Investoren Wissen
vom 07. Februar 2006 16:00 Uhr
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Ich bin schon lange ein Fan von John Templeton, dem Milliardär und Fondsmanager. Ich finde seinen Lebenslauf und den Weg, wie er sein Vermögen aufgebaut hat, wirklich spannend.
Templeton ist inzwischen 93 Jahre alt. Er wurde 1992 von der Englischen Königen Elizabeth zum Ritter geschlagen.
Kürzlich sah ich ihn in einer Diskussionsrunde auf einer Investorenkonferenz.
Ich war von seinen Antworten zu verschiedenen Themen teilweise wirklich überrascht ...
Terrorismus ist für ihn keine wirkliche Bedrohung. Er ist uninteressant.
Die Bilanzskandale an der Wall Street sind kein echtes Problem für die Finanzbranche.
Auch über Inflation macht er sich keine Sorgen.
Gefahr durch Sozialismus und Regulierungswut
Beim Wirtschaftswachstum sieht er es in den Staaten weiter aufwärts gehen. Ende des 21. Jahrhunderts kann der Wohlstand seiner Meinung nach 100 mal höher sein, als jetzt. 2 Dinge machen ihm allerdings Sorgen: Der auswuchernde Sozialismus und die immer stärkeren Regulierungen der Regierungen auf der Welt.
Templeton war immer ein unglaublicher Optimist. Weder die Terroranschläge am 11. September, noch das hohe Haushaltsdefizit und die Inflationsängste konnten ihm seine positive Einschätzung der Zukunft nehmen.
Optimismus ist sicherlich die beste Einstellung. Der Banker J. P. Morgan hat einmal gesagt, dass jeder, der für die USA schwarz sehen würde, wahrscheinlich pleite gehen wird.
Investoren müssten eigentlich zur Skepsis neigen: Seit 5 Jahren dümpelt die Wall Street vor sich hin. Das Handels- und Haushaltsdefizit steigt von einem Hoch zum nächsten. Die Inflation zieht an. Dann erhöht die Notenbank noch die Leitzinsen. Es gibt Terroranschläge und Naturkatastrophen. Wann wird endlich wieder alles gut an der Wall Street?
Von John Templeton können wir einiges lernen.
Er hat nämlich einen 5 Punkte Plan für finanziellen Erfolg. Dieser Plan basiert immerhin auf fast einem ganzen Jahrhundert an Erfahrung.
5 Punkte Plan zum finanziellen Erfolg
1. Gehen Sie nur überschaubare Risiken ein. Templeton selbst begann seine Karriere allerdings mit einem sehr hohen Risiko. 1939 lieh er sich 10000 $ von seinem damaligen Chef und kaufte die Aktien von 100 verschiedenen Firmen an der New York Stock Exchange, deren Kurs unter einem Dollar lag. Viele dieser Firmen waren kurz vor der Pleite. Aber Templeton setzte darauf, dass sie sich erholen würden, falls es zum Krieg käme. Nach 4 Jahren verkaufte er alle Aktien, bezahlte seine Schulden und machte obendrein noch einen Gewinn von 40000 $. Das war der Grundstock für seinen Erfolg.
2. Sparen Sie, geben Sie nicht zu viel aus. Templeton kam aus armen Verhältnissen. Aber durch harte Arbeit und Sparsamkeit kam er voran. Als er heiratete nahmen er und seine Frau sich vor, dass Sie die Hälfte ihres Einkommens sparen wollten. Er machte keine Schulden für Konsum. Sein erstes Haus bezahlte er in bar. Auch später im Leben behielt er seine Sparsamkeit bei. Als ich ihn einmal auf den Bahamas in seinem Rolls Royce traf, bestand er darauf, dass er ihn gebraucht gekauft hätte.
Templeton arbeitete immer sehr viel, 60 Stunden die Woche. Er dachte wie J. Paul Getty: "Verdienen Sie erst Ihr Geld und dann überleben Sie sich, wie Sie es ausgeben wollen."
Achten Sie auf "Value"!
3. Kaufen Sie werthaltige Anlagen. Er war davon überzeugt, dass man bei der langfristigen Anlage unbedingt Geduld benötigt. Sein Templeton Growth Fund, den er 50 Jahre lang verwaltete, hielt Aktien im Durchschnitt 6 bis 7 Jahre lang. Er suchte dabei immer Aktien rund um den Globus, die günstig bewertet waren und gleichzeitig sehr gute langfristige Perspektiven hatten. Er war davon überzeugt, dass man den besten Gewinn nur dann machen konnte, wenn man sich nicht nur auf eine Branche und ein Land konzentriert.
Templeton schaffte mit seiner Philosophie in den 50 Jahren als Manager des Funds einen jährlichen Wertzuwachs von 14 % und schlug damit die Indizes an den Börsen deutlich.
Seiner Meinung nach muss man Aktien fundamental untersuchen, wenn man wirklich erfolgreich sein will.
4. Setzen Sie auf freie Märkte. Für Templeton war ein freies Unternehmertum Voraussetzung bei seinen Investitionen außerhalb der USA. Er mied Länder mit starken sozialistischen Tendenzen und einer hohen Regulierungsdichte in der Gesetzgebung. Templeton war dagegen, dass Regierungen den Menschen in jedem Bereich vorschreiben, wie sie leben sollen.
1936 unternahm er eine Weltreise. Die Armut in Indien und Hong Kong blieb ihm im Gedächtnis haften. Als er 40 Jahre später dorthin zurückkam, notierte er: "Der Lebensstandard in Hong Kong hat sich mehr als verzehnfacht. Der Wohlstand in Kalkutta dagegen hat sich kaum erhöht. Der Hauptgrund dafür liegt in freiem Unternehmertum auf der einen Seite und einem sozialistischen System auf der anderen. Die Regierung in Indien regelt fast alles. Also gibt es dort so gut wie keinen Fortschritt. Anders dagegen in Hong Kong. Dort hält sich die Regierung aus fast allem heraus."
Templeton schrieb das 1976. Inzwischen haben sich die Umstände auch in Indien geändert. Das Land hat einen der heißesten Aktienmärkte überhaupt.
5. Minimieren Sie Ihre Steuerlast. 1960 traf Templeton eine sehr umstrittene Entscheidung: Er übersiedelte auf die Bahamas. Dort gibt es keine Einkommen- oder Spekulationssteuer. Er wurde britischer Staatsbürger und dann ein Bürger der Bahamas. Dort lebt er steuerfrei.
Was wirklich interessant ist: Nachdem Templeton ausgewandert war und er sich um die steuerlichen Folgen seiner Anlageentscheidungen keine Gedanken mehr machen musste, verbesserte sich die Performance des Fonds deutlich. Heute besitzt Templeton einige Milliarden Dollar und ist damit einer der wohlhabendsten Menschen weltweit. Er rät nicht jedem, auszuwandern um sich so der Steuerlast zu entziehen. Aber er empfiehlt alle Steuervorteile zu nutzen, die es gibt.