John Murphys Regel Nr. 1. für technisches Trading: Erkenne die Trends
Investoren Wissen
vom 23. August 2007 16:00 Uhr
ENL5454
von Dr. Markus Schoor
Liebe Leser,
in den kommenden Wochen bringe ich Ihnen wichtige Regeln beim Umgang mit Charts und der Charttechnik näher. Ich folge damit dem unumstrittenen Meister: John Murphy, der schon vor Jahren diese 10 Regeln aufstellte.
Und so berichte ich Ihnen von diesen Regeln und versuche sie dann an einem Beispiel für Sie lebendig zu machen.
Regel Nr. 1: Erkenne die Trends
"Studieren Sie Langzeit-Charts. Fangen Sie mit Monats- und Wochencharts an, die sich über mehrere Jahre hinziehen. Ein größerer Maßstab des Marktes liefert mehr Übersichtlichkeit und eine bessere Langzeit-Perspektive auf den Markt. Kommen Sie mit den Langzeitcharts klar, wenden Sie sich den täglichen und Intradaycharts zu. Eine Sicht auf den kurzfristigen Markt kann häufig in die Irre führen. Selbst wenn Sie nur sehr kurzfristig traden, läuft es besser, wenn Sie in der gleichen Richtung traden wie der mittel- und langfristige Trend." (John Murphy)
auf der Website: stockcharts.com gibt es eine wunderbare Funktion: Sie geben oben das Kürzel der Aktie ein - ich entschied mich diesmal für Apple, also nahm ich AAPL, und dann stellte ich daneben im Kästchen um von "SharpCharts" auf "GalleryView". Das alles finden Sie ganz oben rechts auf der Website von stockcharts.com.
Dann bekommen Sie die folgenden drei Bilder auf einen Schlag - allerdings fange ich unten an:
mit Genehmigung von stockcharts.com
Dieses Chart finden Sie ganz unten - allerdings sind P&F Charts (Point and Figure Charts) heute nicht mehr sehr beliebt. Jedoch geben sie einen ganz objektiven und zeitunabhängigen Eindruck auf die längerfristige Preisentwicklung einer Aktie.
Die automatischen Trendlinien zeigen einem zudem, ob die Aktie in einem Aufwärtstrend ist - das ist sie zweifellos.
mit Gehmigung von Stockcharts.com
Darüber finden Sie das 3 Jahreschart von Apple, auf wöchentlicher Basis. Auch in diesem Maßstab, wurde die letzte Phase des Zweifels im Juni/ Juli 2006 durchlebt: besonders gut auch an dem Indikator darunter zu sehen, der die relative Stärke der Aktie zum Hauptindex (S&P500 = ) aufzeigt.
mit Genehmigung von stockcharts.com
Schließlich erscheint auch noch das Tageschart, welches nur die aktuelle Situation der letzten 6 Monate zeigt und auch den jüngsten Preisverfall.
John Murphy weist darauf hin, das man sich immer zuerst auf langfristigen Charts umschauen muß, damit man nicht etwa versucht, gegen den langfristigen Trend zu traden, denn dieser ist immer wichtiger als der kurzfristige. In unserem Fall sagt uns das: bei Apple wird in naher Zukunft nichts anbrennen, wenn es auch vielleicht in naher Zukunft nicht zu neuen Höchstkursen kommt.
Aber wer oben aussteigen will, für den ist der Zug noch nicht abgefahren, denn der längerfristige Haupttrend ist klar in Takt und wird die Aktie wieder deutlicher in Richtung ihrer alten Hochs treiben.
Umgekehrt, wenn bei der Apple der längerfristige Trend gestört wäre, aber der kurzfristige prima aussieht, dann müsste man gewarnt sein: der längerfristige setzt sich früher oder später durch. Das ist wie bei Männern: früher oder später denken wir immer an schöne Frauen. Und die Frauen denken früher oder später an "reiche Männer".
Der langfristige Trend setzt sich halt wieder durch: "Frauen werden wie ihre Mütter, ein Drama, Männer werden nie wie ihre Mutter, das ist ihr Drama." (aus dem Film: "Ernst sein ist alles")
Tja Charttechnik ist wie das reale Leben.
Grüsse Doc


