Jing und Jang der Ölpreise
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 15. Juni 2004 12:00 Uhr
ENL5454
Kaum für möglich zu halten: Die Benzinpreise in unserer Gegend sind am Fallen.
Nicht überall, versteht sich: Besonders diejenigen Tankstellen, die sich in den letzten Wochen durch Wucherpreise unangenehm bemerkbar machten, haben es so gar nicht eilig, die Ziffern auszuwechseln. So sieht man bisweilen Preisunterschiede von über 15 Cents an einer Kreuzung.
Rohöl schloss letzte Woche um die US$38.45 pro Barrel ab, nachdem OPEC tägliche Produktionsquoten um mehr als 2 Million auf 26 Million Barrels heraufgesetzt hatte. Könnten sich meine gewagten Vorhersagen für niedrigere Ölpreise bei Ausbruch der Ferienzeit nun tatsächlich bewahrheiten?
*** Der Anstieg der Ölpreise hatte für die US Handelsbilanzen erwartbare Folgen. Nach neuesten Angaben stand das Handelsdefizit im April bei US$48,3 Milliarden ... ein Anstieg von 3,8 % und ein neuer Rekord!
Interessanterweise haben steigende Preise und erste Anzeichen von Inflation den entgegengesetzten Effekt auf die US Firmeninsolvenzen. Nach einem Report von Wirtschaftsprüfer PwC werden steigende Preise und sich verbessernde Firmengewinne in einer unerwartet niedrigen Anzahl von Firmenbankrotten ausdrücken.
PwC projiziert für 2004 den Bankrott von 110 Gruppen, gegenüber 133 im Vorjahr und satten 257 im Jahr 2001.Gleichzeitig erwarten Moody's Investor Service and Standard & Poors bond default-Raten bei 3,4 % im Mai – ihrem niedrigsten Niveau seit 1999.
Herzlichen Gruß aus Baltimore,
Ihr
J. Christoph Amberger Executive Publisher, The Taipan Grou