Jimmy Carter erhält Friedensnobelpreis
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 10. Dezember 2002 18:00 Uhr
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Jimmy Carter erhält den Friedensnobelpreis in einer Zeit, in der Amerika zum Krieg rüstet. Ich weiß nicht, ob ich der Einzige bin, der dabei zuerst einmal ein seltsam "unstimmiges" Gefühl hatte. Obwohl dieses Gefühl inhaltlich natürlich unbegründet ist, Jimmy Carter steht schließlich nicht für die aktuelle Politik der amerikanischen Regierung. Eher im Gegenteil. Bereits häufiger hat er die Politik von Bush heftigst angegriffen.
Jimmy Carter erhält den Nobelpreis unter anderem für seine Bemühungen Konflikte friedlich zu lösen. So könnte man diesen Friedensnobelpreis auch als ein Signal an die US-Regierung verstehen. Ich denke, dass diese Sichtweise wohl viel stimmiger ist, als der erste "unstimmige" Eindruck.
Natürlich konnte es sich Jimmy Carter bei der Verleihung in Oslo auch nicht nehmen lassen, deutliche Seitenhiebe in Richtung USA auszuteilen. So forderte er zum Beispiel indirekt die USA auf, weiterhin die Vereinten Nationen als Medium für die Lösung internationale Konflikte zu respektieren. Viel deutlicher war jedoch die Aussage, dass die Amerikaner immer gewusst hätten, dass große Macht nicht gleichzeitig große Weisheit beinhalte.
Heute wurden weitere Einzelheiten zum irakischen Waffenbericht bekannt. Zum Einen ist in diesem Bericht, dem veröffentlichten Inhaltsverzeichnis zufolge, ein Atomwaffenprogramm aufgelistet, dass jedoch nur bis zum Irakkrieg 1991 gedauert hatte. Des Weiteren ein Projekt für den Bau einer Strahlenbombe, das allerdings mittlerweile beendet wurde und Einzelheiten der Bemühungen zum Bau von chemischen und biologischen Waffen. Dabei habe aber der Irak erklärt, dass er zurzeit über keinerlei Massenvernichtungswaffen oder Trägersysteme verfüge.
Viel brisanter dürfte jedoch sein, dass in diesem Bericht offenbar Beschaffungsanstrengungen für vergangene Waffenprojekte aufgelistet sind. So sollen dort Einzelheiten und Namen von Firmen und Personen veröffentlicht sein, die an diesen Beschaffungen beteiligt waren. In dem oben genannten Inhaltsverzeichnis sind noch keine Namen aufgeführt, verschieden Diplomaten gehen allerdings davon aus, dass dieser Waffenbericht solche Angaben enthalte.
Um 8.00 Uhr heute morgen wurden die Verbraucherpreise November für Deutschland veröffentlicht. Sie sinken gegenüber dem Oktober um 0,4 %. Im Vergleich zum November 2001 liegen die Verbraucherpreise jedoch immer noch 1,1 % höher. Vor allem für Kraftstoffe musste mehr bezahlt werden, dort stiegen die Preise auf Jahresfrist gesehen um 8,7 %. Aber auch Tabak und Dienstleistungen (unter anderem Restaurantbetriebe) sind für diesen Anstieg um 1,1 % verantwortlich.
Die Märkte zeigten sich heute von seiner freundlichen Seite. Um 17.00 Uhr stand der Dow bei 8500,22 Pkt, 0,32 %, der Nasdaq100 auf 2033,48 Pkt, +1,84 % und der Dax bei 3126,74 Pkt, 1,96 %.