Jim Rogers ureigener Rohstoff-Index
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Rohstoffe
vom 13. Februar 2008 20:45 Uhr
ENL5454
Liebe Leser,
im Anschluss an gestern, möchte ich heute mit der Unterscheidung der wichtigsten Rohstoff-Indizes fortfahren und Ihnen dabei die wichtigsten Basisfakten zu zwei weiteren Indizes vermitteln.
Der RICI
Der RICI Index wurde von der lebenden Rohstofflegende Jim Rogers im Jahre 1998 aufgelegt. Das besondere an diesem Index und damit auch der grundlegende Unterschied zu den anderen Indizes ist, dass der Rogers International Commodity Index gleich 35 verschiedene Rohstoffe enthält. Und nicht alle sind an einer Rohstoff-Terminbörse handelbar.Tatsächlich enthält der Index nur 7 % an Rohstoffen die über eine Terminbörse gehandelt werden. Dieses „Anderssein“ des Index bringt Vor-und Nachteile mit sich. Im RICI Index sind gegenwärtig 35 für die Weltwirtschaft bedeutsame Rohstoffe aus den unterschiedlichsten Bereichen vertreten. Der Index enthält Agrarprodukte, ebenso wie Energierohstoffe und Metalle. Die Gewichtung erfolgt nach einem von Rogers persönlich entwickelten besonderen Verfahren: Rogers orientiert sich bei der Gewichtung an den Kosten für Rohstoffe im täglichen Leben der Menschen weltweit. Aus diesem Grund kommt den Energierohstoffen im RICI-Index ein Anteil von 44 % zu. Das ist zwar ein hoher Anteil, doch im GSCI liegt die Gewichtung der Energie noch höher.
Deutlich höher gewichtet als bei anderen Indizes sind aber die Agrarrohstoffe. Ihnen kommt im Index eine Gewichtung von 32 % zu. Insgesamt bildet der Index 19 verschiedene Agrarrohstoffe ab. Hierunter fallen neben den „konventionellen“ Weizen, Mais und Baumwolle, auch die etwas unbeachteten an den Terminbörsen handelbaren Rohstoffe wie Gerste, Raps und Holz, aber auch – für einen Europäer/US-Amerikaner- so hoch exotische Rohstoffe wie die bereits erwähnte Seide, Wolle oder Azuki Bohnen.
Die Gewichtungen der einzelnen Rohstoffe im RICI sind fixiert. Einmal im Monat wird der Index angepasst. Das heißt, Rohstoffe die im Preis besonders stark gestiegen sind werden auf ihr Anfangsniveau zurückgesetzt und verlieren dadurch an Gewicht im Index. Umgekehrt gewinnen Rohstoffe die in ihrer Wertentwicklung eher zurückgeblieben sind an Gewicht im Index. Klingt paradox, führt aber zu einer wichtigen Ausgewogenheit und ist eine grundsätzliche Strategie im Finanzgeschäft, wenn auf feste Prozentsätze gesetzt wird. An dieser Stelle bildet nur der GSCI eine wirkliche Ausnahme, weil er auf die festen Prozentsätze verzichtet.