Jetzt wird's wieder klarer im Dax
Axel Retz in DAX Daily zum Thema Dax 30
vom 10. September 2007 08:30 Uhr
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Am Freitagmorgen schrieb ich: „Achten sollten Sie im Chart aber bitte auch auf den Money-Flow-Indikaktor (ein umsatzgewichtetes Momentum). Hier bewegen wir uns gerade knapp unterhalb der Signallinie von 50, also im negativen Bereich. Dieser Schnitzer muss jetzt rasch bereinigt werden, sonst kommen die Bären ans Ruder!"
Diese „Bereinigung" blieb aus, was die Kurse sofort auf Talfahrt schickte. Hintergrund: Grottenschlechte, neue Arbeitsmarktdaten in den USA und eine Abwärtskorrektur der Vormonatsdaten.
Heute morgen zieht Tokio nach: Dort hatten die Analysten für das zweite Quartal mit einem soliden Wirtschaftswachstum gerechnet, herausgekommen ist eine auf ein rückläufiges Wachstum hinweisende Zahl, der Nikkei stürzte um fast 350 Punkte ab.
In den Chart kehrt nun wieder etwas mehr Klarheit ein: Die seit dem Augusttief gelaufene Aufwärtsbewegung hatte (die Umsätze ließen es ja vermuten) Korrekturcharakter. Und:
Charttechnisch bildete sich seit diesem Kurstief eine Aufwärtsflagge aus (parallele schwarze Linien im Chart), aus der der Dax am Freitag unter anziehenden Umsätzen nach unten herausgefallen ist, wobei er auch den 20 Tage-GD unterkreuzte.
Mit 28 Verlierern und nur zwei Aktien im Plus verlief die Abwärtsbewegung am Freitag auch von der Marktbreite her sehr eindeutig. So eindeutig wird es heute kaum zugehen.
Kurzfristig sollten Sie sich auf eine wiederaufflammende Hektik einstellen. Die Chartkonstellation und der jetzt wieder vor einem neuen, bestätigenden Abwärtssignal stehende Trendfolge-Indikator MACD sprechen aber dafür, dass die Baissiers jetzt erst einmal die besseren Karten haben.
FAZIT UND EMPFEHLUNG: In den letzten Tagen habe ich hier wiederholt: „Der erste Abwärtsschlag scheint von den Börsen schon wieder abgehakt worden zu sein. Das erscheint etwas voreilig. Und von der Umsatzseite her betrachtet, sehen die Kursgewinne der letzten Woche eher nach einer Aufwärtskorrektur im fortbestehenden Abwärtsschub aus als nach irgendetwas anderem. Langfristig ausgerichtete Anleger sollten daher die Erholung nutzen, um spätestens jetzt einmal über Teilgewinnmitnahmen und/oder Stoppkurse nachzudenken."
Kurzfristig operierenden Tradern hatte ich geraten, alle neu etablierten Calls durch enge Stopps abzusichern. Ich hoffe, Sie sind dem gefolgt! Risikobewusste Trader, die auch wilde Swings des Marktes aushalten können, haben nun auf der Putseite wieder neue Chancen.
Kurzfristige Widerstände: 7.600, 7.800, 8.061
Kurzfristige Unterstützungen: 7.400, 7.200, 7.000
Viel Erfolg!
Axel Retz
