Jetzt schon in Kuba investieren?
Volkmar Michler in Profit Radar
vom 05. März 2008 19:00 Uhr
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Nach einem halben Jahrhundert hat das letzte kommunistische Land in der westlichen Hemisphäre einen neuen Staatschef – wieder einen Castro. Denn dem 81-jährigen Fidel ist der 5 Jahre jüngere Bruder Rauel gefolgt. Zum ersten Mal seit der Revolution im Jahr 1959 hat der kleine Inselstaat vor der Küste Floridas eine neue Führung ohne Fidel an der Spitze.
Dabei hat sich der Wechsel schon angedeutet. Denn seit seiner schweren Erkrankung im Juli 2006 hat Fidel seinem Bruder alle Funktionen in Staat, Partei und Militär übertragen. Vor wenigen Tagen ist Fidel Castro offiziell von seinen Ämtern zurückgetreten.
Von einigen Lesern habe ich dazu Anfragen erhalten, ob jetzt nicht der richtige Zeitpunkt wäre, in Kuba einzusteigen. Eine sehr schwierige Frage. Und zwar nicht nur, weil es keine reinrassigen kubanischen Investmentmöglichkeiten gibt. Es gibt zwar einen geschlossenen Investmentfonds, der hat aber nur einen sehr geringen Kuba-Anteil. Schwierig ist die Frage auch, weil sich noch überhaupt nicht abzeichnet, wie sich Kuba unter Fidel Castros Bruder entwickelt wird.
Es gibt allenfalls erste Indizien. Rauel Castro gilt nicht als kommunistischer Hardliner, sondern ist eher als Pragmatiker bekannt. Das lässt aufhorchen. Denn seit dem letzten Jahr zeichnet sich bereits eine Politik der „kleinen“ Reformen ab. In öffentlichen Reden hat Rauel Castro seit letztem Jahr immer wieder zu freieren Diskussionen und sogar Kritik an den Zuständen im Land aufgerufen. Das sind ganz neue Töne.