Jede Menge Misstrauen – auch bei Dell
Cindy Bach in Insider Daily zum Thema Kapitalschutz
vom 19. August 2010, 14:30 Uhr
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Wenn wir einmal bei Misstrauen sind: Auch bei US-Computerriese Dell gibt es derzeit davon eine ganze Menge - und es schlägt dem Konzernchef und Firmengründer Michael Dell von einer breiten Front entgegen, nämlich der seiner Aktionäre.
Managementfehler und Ärger mit der Börsenaufsicht sind es, die das Ansehen von Dell-Chef Michael Dell schwer geschädigt haben. Der Firmenchef hat bei vielen Aktionären den Rückhalt verloren, weil der Computerhersteller über die Jahre hinweg immer weiter zurückgefallen ist und seine führende Position im PC-Geschäft an den Rivalen Hewlett-Packard abgeben musste. Erschwerend hinzu kam jüngst eine hohe Geldstrafe der US-Börsenaufsicht SEC. Der Konzern musste wegen Buchungstricks 100 Mio. Dollar zahlen. Michael Dell musste 4 Mio. Dollar aus seinem privaten Portemonnaie berappen. Der Computerbauer hatte Geld dafür kassiert, dass er die Prozessoren des Marktführers Intel bevorzugt verbaut hatte.
Dell verbuchte die Einnahmen nach den Ermittlungen der SEC als ganz normalen Umsatz. Nur dadurch sei es Dell gelungen, seine Gewinnziele zu erreichen, bemängelte die SEC im Juli und sprach von Manipulation. Nachdem die Einnahmen aber weggefallen seien, habe Dell es versäumt, seine Anleger über die wahren Gründe der sinkenden Gewinne aufzuklären. Dafür bekam Michael Dell nun offenbar die Quittung.
Viele Aktionäre plädieren inzwischen sogar dafür, dass Michael Dell geht. Bei der kürzlich stattgefundenen Hauptversammlung stimmte ein Viertel der Anteilseigner dagegen, dass der Firmengründer wieder in den Verwaltungsrat einzieht. Dell erzielte damit das schlechteste Ergebnis aller elf Mitglieder des obersten Firmengremiums.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Lotario (19.08. 2010 19:40 Uhr):
Dell wie Ernst sind nur zwei der fast schon unerträglich vielen lebendigen Beweise für den Umstand, daß heutzutage in aller Welt Lug und Trug überhand zu nehmen beginnen. Die Frage bleibt,wie lange sich die Mehrheit braven Volks noch von dieser ständig wachsenden Minderheit rücksichtslos egoistischer Verführer auf der Nase herumtanzen läßt.
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