Jede Elliottwelle hat ein eigenes „Gesicht"
Rüdiger Maaß in Wave Daily
vom 08. Mai 2007 13:00 Uhr
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Lieber Wave Daily Leser,
haben Sie einmal darüber nachgedacht, dass fast jeder Mensch individuelle Gesichtszüge besitzt. 6.620.815.000 Menschen leben auf dieser Welt. Jeder hat sein eigenes Gesicht, mit Ausnahme der Zwillinge und weniger Doppelgänger. Auf der Suche nach dem perfekten Gesicht haben Schönheitschirurgen festgestellt, dass wir ein Gesicht als besonders schön einschätzen, wenn die Fibonacciverhältnisse in Perfektion zu finden sind. Die Anordnung von Nase, Augen, Mund und Ohren nähert oder entspricht bei einem gesunden Menschen den Fibonacciverhältnissen, obwohl die überwiegende Menge der Menschen einzigartige Gesichtszüge besitzt. Auch der Fingerabdruck der Menschen ist einzigartig und doch unterliegt er gewissen Gesetzmäßigkeiten.
Vergleichen wir diese Tatsache mit den Trendwellen in der Elliott Wave Lehre stoßen wir auf dasselbe Prinzip. Jede Welle unterliegt gewissen Grundregeln, in fast jeder Trendwelle sind Fibonacciverhältnisse zu finden und trotzdem besitzt jede Welle ein individuelles Erscheinungsbild.
Heute möchte ich Ihnen einige grundlegende Erscheinungsbilder von Trendwellen vorstellen.
Machen Sie sich bitte keine Gedanken, wenn die folgende Erklärung etwas kompliziert erscheint. Wichtig für Sie ist, dass jede Welle trotz der Grundregeln ein individuelles „Gesicht" hat und Sie die Unterschiede kennen.
Was fällt Ihnen bei der ersten Skizze auf? Die Ausdehnung findet in der ersten Welle statt. Die Welle 1 hat in dieser sehr selten auftretenden Formation oft eine Ausdehnung im Bereich von 161,8 Prozent im Verhältnis zu der Welle 3 oder 5. Die Wellen 3 und 5 sind meistens annährend gleich lang. Diese Trendwellen sind in steigenden und in fallenden Märkten zu finden. Bei ausgedehnten ersten Wellen entsteht ein Problem. Gewöhnlich messen wir für die Analyse dieser Konstruktion die Ausdehnung der ersten Welle und bestimmen mit dem Verhältnis 161,8 Prozent das Ziel der dritten Welle. Die erste Welle ist in diesem Fall extrem lang und würde uns dazu verführen, das Kursziel für die dritte Welle viel zu hoch (steigender Markt) oder viel zu tief (fallender Markt) zu setzen. Diesem Problem können wir nur entgehen, wenn wir von der Existenz einer ersten ausgedehnten Welle wissen und den weiteren Kursverlauf genau verfolgen.
Bei einer gewöhnlichen Trendwelle entsteht die Ausdehnung in der dritten Welle. Die Ausdehnung dieser Welle beträgt häufig annähernd 161,8 Prozent der Welle 1, kann aber in Einzelfällen über 400 Prozent erreichen.
Die dritte Skizze beschreibt eine Trendwelle mit einer Ausdehnung in der fünften Welle. Im Gegensatz zur Ausdehnung in der in der ersten Welle, finden wir hier rechtzeitig Signale für die richtige Analyse. Die Welle 3 endet meist im Bereich 100 bis 130 Prozent im Verhältnis zur ersten Welle und als zusätzliches Signal hat die Welle 4 oft einen starken Rücklauf, der das Verhältnis 38,2 Prozent deutlich überschreitet. Diese beiden Signale helfen uns bei der Prognose für die Welle 5.
In sehr seltenen Ausnahmefällen entsteht eine Trendwelle, in der keine Ausdehnung erkennbar ist. Zählen Sie bitte einmal die Wellenanzahl der einzelnen Formationen inklusive der Unterwellen durch. Sie werden die Zahl neun erhalten. Daraus lässt sich ableiten, dass die neun Wellen einer Wellenstruktur den 5 Wellen mit Ausdehnung gleichzusetzen sind.
