Jede Delle wird gekauft
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Nebenwerte
vom 4. Juni 2009, 17:00 Uhr
ENL5462
Sehr geehrte Damen und Herren,
Nachdem wochenlang die meisten Nebenwerte im Schatten der großen Brüder" standen, wandelt sich dieses Bild nun immer rasanter. Die Presse schreibt selbstverständlich nur von der Schlacht des DAX um die 5.000 Punkte-Marke. Trotz und gerade wegen der alten Börsenweisheit, dass zuerst die Big-Caps" anspringen, laufen die kleinen" immer dynamischer nach oben. Seit März schoss der SAX um 36 % in die Höhe und kratzt jetzt sogar an der psychologisch wichtigen Barriere von 3.000 Zählern. Welche Nebenwerte auch heute noch sehr lohnenswert sind, erfahren Sie wie üblich ganz konkret hier im NebenwerteInsider.
Jede Korrektur wird als Gelegenheit genutzt
Seit Wochen ähnelt sich das Verhalten der Akteure, die trotz der nach wie vor eher bescheidenen konjunkturellen Nachrichten jede kleine Kursdelle kaufen.
Trotz einiger kleiner Konsolidierungen in den Märkten konnten seit Anfang März die Bären nicht einen einzigen wirkungsvollen Angriff durchführen. Keine einzige der kleinen Gegenbewegungen innerhalb des Hausseimpulses führte zu einer O-Spalte, die das Angebot in den von mir favorisierten P & F-Charts repräsentiert. Auch die gestrigen Gewinnmitnahmen waren bisher nur ein Durchatmen der Kurse. Daher muss man der aktuellen Erholung uneingeschränkt Respekt zollen ganz unabhängig von den nach wie vor höchstens mäßigen konjunkturellen Fortschritten. Ganz offenbar werden nach wie vor unterinvestierte Fondsmanager und Vermögensverwalter in den Markt gezwungen. Die sehr kritischen Marktkommentare der letzten Wochen und die meist ungläubigen Analysten stützen diese Sichtweise.
Allerdings bewegen sich die weltweiten Märkte auf deutlich überkauftem Terrain und das Rückschlagsrisiko wird größer. Da es eine Tatsache ist, dass Märkte zwischen überkauften und überverkauften Zuständen pendeln, ist es nur eine Frage der Zeit, wann Gewinnmitnahmen einsetzen und den SDAX etwas nach unten drücken.
Keine stabile Bodenbildungsformation
Ein Wermutstropfen innerhalb der kräftigen aktuellen Rallye ist die fehlende Bodenbildungsformation des SDAX. Normalerweise steigen die Kurse nicht in den Himmel, ohne vorher nochmals das Terrain mit einem Doppelboden zu testen. Bestenfalls kann man den Ausflug unter die Marke von 2.500 Punkten als einen Fehlausbruch werten, der rasch wieder eingedeckt wurde. Da aber charttechnische Formationen sehr subjektiv sind und die vorhergehende dramatische Baisse auch nicht gerade normal" war, werte ich dies nicht über.
Ich bin kein Freund von historischen Vergleichen der Börsensituationen, will aber anmerken, dass der jetzige Marktzustand des SDAX an den Sommer 2003 erinnert als die letzte Hausse begann. Auch damals war der Markt vorher ungewöhnlich überverkauft und der Pessimismus sehr hoch. Es ist also durchaus möglich, dass wir uns heute viel länger auf dem derzeit überkauftem Niveau halten können als es sich viele Beobachter vorstellen. Lehnen wir uns also zurück und genießen den nach wie vor intakten Aufwärtstrend an den Börsen.
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