Japans tiefgreifende Probleme
Daniel Wilhelmi in Profit Radar
vom 8. September 2010, 19:00 Uhr
ENL5454
Im letzten Profit Radar hatte ich Ihnen von der historischen Verschiebung der Wirtschaftszentren innerhalb Asiens berichtet: Weg vom bisherigen Superstar Asiens der letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, Japan, hin zur neuen Supermacht der kommenden Jahrzehnte des 21. Jahrhunderts -nämlich China.
Dabei ist Chinas rasantes Wachstum aber nur ein Grund. Der andere Grund findet sich in Japan und seiner nun zwei Dekaden andauernden Talfahrt der Volkswirtschaft zu finden. Ich hatte Ihnen ja geschrieben, dass bei dem Land der aufgehenden Sonne in den kommenden Jahrzehnten das Licht immer dunkler werden wird.
Bereits seit nunmehr 20 Jahren wächst Japans Wirtschaft nur noch unterdurchschnittlich mit Rate um ein Prozent - und dies trotz Nullzinspolitik und einem Konjunkturprogramm nach dem anderen. Die Wirtschaftstimuli wirkten nie nachhaltig und sorgten vielmehr dafür, dass sich Japan hoch verschuldet hat (die Verschuldung liegt bei 200% des BIP).
Diese Fakten zeigen uns zwei Dinge: Erstens: Japan hat sein Pulver inzwischen weitgehend verschossen. Die Regierung besitzt keine mächtigen Joker mehr, um die Wirtschaft zu stimulieren. Noch viel bedeutender für die Frage, warum Japans Stern langsam aber unaufhaltsam sinkt, ist jedoch der zweite Grund.