Japanischer Hubschrauber, der Geld abwirft ...
unserem Korrespondenten Addison Wiggin in Paris in Investors Daily
vom 12. Februar 2004 18:00 Uhr
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Liebe(r) Leser(in), ich werde mit Ihnen ein kleines Geheimnis teilen. Wie Sie wissen, reist Bill Bonner ziemlich viel herum. Und an machen Tagen ... wie soll ich sagen ... verliert er dadurch den Bezug zum Pariser Büro des Investor's Daily, wo er ja normalerweise arbeitet, genau wie ich auch. Heute ist einer dieser Tage.
Sehen Sie, während er bei spanischem Essen über den schleppenden Verkauf seines Buchs in Frankreich lamentiert, sieht es hier vor Ort in Paris ganz anders aus. Denn unser Büro ist in Aufruhr. Die Verkäufe des Buchs sind außergewöhnlich. Laut Amazon.fr ist sein Buch derzeit das am ZWEITBESTEN bei Amazon.fr verkaufte Buch in Frankreich. Ich versuchte, Bill telefonisch zu erreichen, um ihm das zu sagen – aber ich hatte keinen Erfolg. Und deshalb wissen Sie, liebe(r) Leser(in), es, bevor Bill Bonner die Nachricht erhält.
Natürlich hat das nichts mit dem Aktienmarkt oder der Wirtschaft zu tun, aber ich dachte, dass sie diese Ironie vielleicht genießen könnten ... wie ich es getan habe.
Währenddessen sieht es so aus, als ob das schlimmste Szenario für die US-Wirtschaft – steigende Arbeitslosigkeit und eine Dollarkrise – so aussieht, als ob sich Alan Greenspan damit befassen müsste. Wie ich bereits erwähnt hatte: Im Januar blieb die Zahl der Beschäftigten um fast 50.000 hinter den Erwartungen der meisten Analysten zurück. Der Dollar ist seit dem G7-Treffen und der unverständlichen Pressemitteilung über dieses Treffen rund 2 Cent gefallen.
Und gestern äußerte sich Alan Greenspan – "Easy Al" – vor dem US-Kongress zur Wirtschaftslage, und zur Entwicklung des Dollarkurses. Ich will mich damit gar nicht näher beschäftigen – sondern lieber mit einer klareren Diagnose, die kein Seemannsgarn spinnt. Und die hat Peter Bernstein, Autor des Buches "The Power of Gold" geliefert. Er sprach letzten Freitag vor Studenten ... und er klang genauso wie ein Leser des Investor's Daily.
Chidem Kurdas von HedgeWorld.com war bei diesem Vortrag, und er schreibt: So, wie Bernstein es sieht, gewinnen die asiatischen Volkswirtschaften, während die USA Arbeitsplätze verlieren. Hinzu kommt, dass die asiatischen Bürger sparen und den Amerikanern Geld leihen, die diese Kredite brauchen, um ihre exzessiven Ausgaben finanzieren zu können. Mr. Bernstein stellte die langfristige Lebensfähigkeit dieses 'wir kaufen und die finanzieren'-Arrangements in Frage, und er identifizierte das wachsende US-Haushaltsdefizit als den Hauptgrund für das internationale Ungleichgewicht."
"Ein weiteres Problem ist das zunehmende Ungleichgewicht bei den amerikanischen Einkommen. Der jüngste Zuwachs bei der Profitabilität (der Unternehmen) ging auf Kosten der Arbeiter ( ...), so Mr. Bernstein, und er meint, dass die Leute gezwungen sind, zu Schnäppchenjägern zu werden. Und deshalb sei Wal-Mart eine Ikone der amerikanischen Volkswirtschaft geworden."
"Das worst-case Szenario von Bernstein beinhaltet eine steigende Arbeitslosigkeit und eine Dollarkrise. Er weiß, dass solche Warnungen in der Vergangenheit normalerweise überzogen waren, und deshalb empfiehlt er durchaus das Halten von Aktien, für den Fall, dass seine Prognose falsch ist. Aber gleichzeitig bereitet er sich auf das Schlimmste vor."
"Er empfahl, den Teil des Vermögens, der nicht in Aktien investiert ist, als Absicherung ( ...) zu sehen. Da Absicherungen teuer sind, empfiehlt er, Instrumente wie Gold zu nutzen, die am meisten steigen werden, wenn die wirtschaftlichen Ungleichgewichte zu wirtschaftlichen Schocks führen würden. 'Eine solche Absicherung würde am meisten bringen, wenn ich Recht habe', sagte Bernstein."
"Steckt Alan Greenspan auch hier der Spekulationsblase in China?" fragt William Pesek von Bloomberg, ein Journalist, der in meiner Achtung immer mehr steigt. Pesek vermutet – wie ich auch –, dass es die Niedrigzinspolitik der Fed war, zusammen mit der "Geduld", die sie hat, wenn es um einen Wechsel dieser Politik geht, die die Spekulation mit asiatischen Vermögensanlagen anfeuerte. Und zwar so stark, dass Chine es sich nicht leisten kann, die Bindung des chinesischen Yuan an den Dollar aufzugeben ..."
Mein Freund Richard Duncan meint, dass noch jemand anderes hinter Greenspan steht. Seine Ansicht? Während alle Augen der Finanzpresse auf die Ausgaben der Bush-Administration und die historisch niedrigen amerikanischen Zinsen gerichtet sind, kommen die größten Interventionen an den Märkten von Japan. "Zufällig oder nicht ist es Japan, das sich am meisten bemüht, aus dem Nichts Reichtum zu schaffen ..."
Duncan weiter: "Mitte 2003 veröffentlichten die Volkswirte der amerikanischen Zentralbank eine Studie, die erklärte, warum die Fed trotz Leitzinsen von 1 % ihr Pulver noch nicht verschossen hatte. Diese Studie stellte fest, dass 'die Fed ... wenn notwendig – wie aus dem Lehrbuch – sogar frisch gedrucktes Geld aus einem Hubschrauber abwerfen könnte, um die Wirtschaft zu stimulieren."
"Heute ist dieser Hubschrauber in der Luft. Aber merkwürdigerweise ist es kein amerikanischer Hubschreiber, sondern ein japanischer. Soviel ist klar. Was allerdings noch nicht klar ist, ist, wer sich auf dem Pilotensitz niedergelassen hat."
Eine noch bessere Frage: Kann das überhaupt gesteuert werden?