Japanische oder argentinische Zustände in den USA?
unserem Korrespondenten Bill Bonner in Investors Daily
vom 04. November 2002 18:00 Uhr
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Vor ein paar Monaten war ich einer der ganz wenigen, die sich mit der Gefahr, dass in den USA bald "japanische Verhältnisse" (Deflation, Stagnation) einkehren, beschäftigte. Jetzt sind die Zeitungen voll mit Analysen, welcher Staat das "nächste Japan" werden könnte.
"Einige fürchten, dass Deutschland versucht, Japan nachzuahmen", so eine Schlagzeile im International Herald Tribune.
"Die Symptome sind erschreckend ähnlich", so die Zeitung. "Deutschland rechnet dieses Jahr nur mit 0,5 % Wirtschaftswachstum. Nächstes Jahr sollen es 1,5 % werden. Die großen Banken haben mit faulen Krediten zu kämpfen. Und niemand scheint große Pläne zu haben, um die Dinge zu verbessern."
Wer wird zuerst "wie Japan" – Deutschland oder die USA? Oder überhaupt keiner von beiden? Einige denken, dass die USA den "argentinischen Weg" gehen könnten. Argentinien hat wie die USA – aber im Gegensatz zu Deutschland und Japan – große Schulden angehäuft. Es kam nicht mehr genug Geld rein, um die Schulden bezahlen zu können, und so kollabierte die Wirtschaft und die Währung.
Dann ist mir noch aufgefallen, dass Prudential Securities die Aktie von Dynegy zuletzt auf "Verkaufen" gesetzt haben. Interessant – nachdem der Wert zuvor vom Top bei 59 Dollar bis zum aktuellen Niveau von 68 Cents immer zumindest auf "Halten" stand. Das neue Kursziel für Dynegy: Null.