Jahresendrallye in letzter Minute?
Sven Weisenhaus (Gastbeitrag) in CFX Trader Kolumne
vom 15. Dezember 2009, 17:30 Uhr
Gleich zu Anfang möchte ich kurz auf meine Empfehlung aus dem letzten Beitrag vom 27.11.2009 eingehen. Ich hatte Ihnen eine Trading-Idee aufgezeigt, die auf einen steigenden DAX und einen fallenden Dow setzt vor dem Hintergrund, dass der DAX an der unteren Trendlinie seines Aufwärtstrends stand und der Dow an der oberen. Nähern sich die Indizes an, erzielen Sie Gewinn. Wie hat sich dies nun in den letzten knapp 2 Wochen entwickelt? - Beide Indizes sind um ca. 200 Zähler gestiegen. Damit ist bisher noch kein Blumentopf gewonnen. Das kann noch kommen.
Durch die saisonal schwache Zeit, vor der ich bereits seit meinem ersten Beitrag gewarnt habe, sind wir nun hindurch. Große Kursverluste hat es zwar nicht gegeben, Gewinne aber eben auch nicht. Dafür aber eine teilweise nervenaufreibende Seitwärtsphase auf sehr hohem Niveau. Und genau DAS ist der Grund, warum ich Ihnen heute wieder schreibe. Weil die Konsolidierung auf derart luftiger Höhe stattfand ohne große Abschläge hinnehmen zu müssen und ohne die Aufwärtstrends nachhaltig zu verlassen, gehe ich nun für die letzten Tage in diesem Jahr von eher steigenden Kursen aus. Von einer Jahresendrallye kann dabei sicher nicht die Rede sein, aber ein paar Prozent nach oben halte ich für deutlich wahrscheinlicher als einen Einbruch der Kurse. Die Indizes stehen allesamt (DAX, Dow, S&P 500 und Nasdaq) an der oberen Begrenzung der Seitwärtsbewegung. Sie dürfte nun nach oben aufgelöst werden - und dann schauen wir mal weiter ...
Einige andere Auffälligkeiten haben sich in den letzten Tagen auch noch entwickelt:
- Das Öl hat die seitliche Schiebezone zwischen 75 und fast 80 Dollar nach unten verlassen. Ich gehe von weiter fallenden Kursen aus.
- Das Währungspaar EUR/USD hat den Aufwärtstrend verlassen und tendiert nach wenigen Tagen bereits deutlich tiefer. Auch hier halte ich nun weiter fallende Kurse für sehr wahrscheinlich. Ich bin mir dabei bewusst, dass alle eher auf einen fallenden Dollar wetten. Für mich das Hauptargument gegen den Euro und für die US-Währung.
- Gold und Silber sind ebenfalls deutlich zurückgekommen. Auch hier war das Sentiment eindeutig zu bullisch. Dabei wurden bisher nur die immer steiler gewordenen Trends gebrochen. Die längerfristigen Trends sind noch intakt. Ich kann mir aber auch hier noch tiefere Kurse vorstellen.
Alle gerade genannten Werte betrachte ich auf Grund der besonderen Konstellationen aktuell sehr genau.