Jahresendrally
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 9. Dezember 2010, 08:30 Uhr
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Sie werden sich vielleicht fragen, wie es bis zum Jahresende an den Börsen weitergeht. Ich habe mir heute Gedanken darüber gemacht. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Börsen alle schlechten Nachrichten der jüngsten Zeit (Eurokrise, US-Arbeitsmarktdaten, Koreaspannungen etc.) ziemlich gelassen weggesteckt haben. In der Spitze kam es eldiglich zu Korrekturen im einstelligen Prozentbereich im November. Besonders schwach schnitten der bankenlastige EuroStoxx 50 und der solarlastige Tec-DAX ab, besonders stark hingegen die anderen deutschen Indizes (DAX, MDAX, SDAX). Das sollte auch weiterhin so bleiben, wobei der Tec-DAX mit zunehmender Dollarschwäche wieder aufholen wird (die Solarwerte dort hängen an der Ölpreisentwicklung und die schaut in letzter Zeit gut aus, zumindest für die Ölspekulanten).
Immer dann, wenn schlechte Nachrichten gekauft werden, haben wir es mit einer starken Trendphase zu tun, die nicht so einfach abreißt (ich könnte es auch „Übertreibungsphase“ nennen). Erst Recht nicht in einem Dezember, der traditionell saisonal stark ist. Börse ist Massenpsychologie. Trends haben immer die Tendenz sich fortzusetzen (bis es zum „Trendbruch“ kommt). Weihnachten ist auch die Zeit der „Versöhnung“ und des positiven Denkens. Und nicht zuletzt gibt es die „window dresssing“ – Bemühungen der Fonds, die gern ein bisschen an den Kursen drehen, um am Jahresende gut dazustehen. Kurzum: Um die Jahresendrally noch zu kippen, bedürfte es extrem negativer Überraschungen. Die Eurokrise hat schon mal nicht ausgereicht. In den nächsten Wochen zeichnet sich nichts Vergleichbares ab, die Trends sind intakt – also weiter aufwärts.
Spannend wird es dann nach dem Jahreswechsel. Im Januar 2010 setzte just zu diesem Zeitpunkt plötzliche Ernüchterung ein und wir sahen eine scharfe Korrektur an den Börsen. Übrigens nach einer ganz ähnlichen rosaroten Jahresendrally, wie wir sie derzeit sehen. Speziell nach dem Jahreswechsel würde ich also wieder mehr Vorsicht an den Tag legen als aktuell. Börse ist keine Einbahnstraße, auch wenn das im 4. Quartal tatsächlich so scheint. Bis Silvester können Sie ruhig noch ein wenig gierig sein, solange die Masse das Spiel mitspielt. Mit klug ausgewählten Einzelwerten dürfte dabei deutlich mehr zu holen sein als mit Indexzertifikaten. Hilfe bei der Titelauswahl finden Sie hier:
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Bläser (09.12. 2010 11:24 Uhr):
Warum gehört der Dax trotz Eurokrise zu den weltweit am besten performenden Indices? Gerade WEGEN der Eurokrise. Wenn der Euro auseinanderbricht (der "Knoblauch-gürtel" nicht mehr wie ein bleierner Klotz am Bein Deutschlands hängt) werden deutsche Assets, die Ausländer in ihren Depots halten, in einer Währung (ob D-Mark oder "Nord- Euro") zurückgezahlt, die im Wert dann geradezu explodieren wird: Der Turbo für das Ausländer-Depot.
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