Ja: Gold gehört in jedes Depot
Miriam Kraus in Rohstoff Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 13. Oktober 2011, 20:30 Uhr
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Noch vor 20 Jahren war es eine absolute Selbstverständlichkeit ein Depot zu 10-20% mit Gold abzusichern. Das hat man damals aber nicht grundlos gemacht. Denn Gold erfüllt viele Funktionen: als Absicherung gegenüber dem Kaufkraftverlust von Papiergeldwährungen, als Tauschmittel, aber eben auch als Depotabsicherung.
Und das tut es auch heute noch....
Um diese Behauptung zu untermauern, habe ich ein Diagramm für Sie erstellt. Hierbei habe ich 20 schwache Aktien-Monate von 2001 bis heute ausgesucht und dabei die monatliche Entwicklung des S&P 500, der monatlichen Performance des Goldpreises in USD (gemessen am London Gold Fix PM) gegenübergestellt.
So sieht das Ergebnis aus (monatliche Performance in %):
Bis auf wenige Ausnahmen (wie den Crash-Monat Oktober 2008) schlägt die Entwicklung des Goldpreises nicht nur die Entwicklung des S&P 500, sondern es ergibt sich eine ganz klare Outperformance des Goldpreises. Während der S&P 500 zum Beispiel im September 2001 um -8,08% einbrach, konnte der Goldpreis im gleichen Monat um +7,3% zulegen. Ein Blick auf den Monat Dezember 2010 zeigt zudem: auch wenn der S&P 500 sich stärker entwickelt, zeigt sich der Goldpreis oft genug stabil.
Und nun sehen wir uns noch einmal die Entwicklung von Goldpreis in USD und S&P 500 in den letzten Monaten an:
Quelle: CFX-Trader (schwarze Linie - S pinkfarbene Linie: Goldpreis in USD)
Beachten Sie vor allem die Monate August und September 2011, im gekennzeichneten Ausschnitt.
Wir sehen hier im August die traditionelle Negativkorrelation: der S&P gibt ab, der Goldpreis steigt und kommt damit seiner Funktion als Depotabsicherung, oder Absicherung gegenüber Aktienmarktverlusten, vollumfänglich nach.
Nur der September verhält sich anders: beide rauschen ab!
Wenn Sie nun noch einmal einen Vergleich mit dem obigen Diagramm anstellen...kommt Ihnen dann diese Situation bekannt vor?
Genau: Oktober 2008! Auch in diesem Monat rutschten sowohl der S&P 500, als auch der Goldpreis in den Keller. Und der Goldpreis gab sogar etwas stärker ab, als der S&P 500.
Was sagt uns das?
Nun ich sage es einmal so: niemand kann in die Zukunft schauen und ich möchte auch nicht behaupten, dass sich 2008 haargenau so wiederholt. Denn obwohl ein Blick in die Vergangenheit uns immer sehr viel Aufschluss über die Gegenwart geben kann, wäre es dennoch vermessen anzunehmen, dass sich dadurch die Zukunft benennen, steuern oder bestimmen ließe.
Was ich aber sagen kann ist, dass ich Parallelen erkenne. Diese bestehen in Unsicherheit und Angst.
Für den Goldpreis heißt das aber nichts anderes, als dass er nach wie vor seinen Pflichten als Depotabsicherung nachkommt und wir ihm deshalb solche Panik-Ausrutscher wie in 2008 oder im September 2011 durchaus verzeihen können.
Und weil ich nach wie vor davon ausgehe, dass Gold langfristig immer eines der wichtigsten Mittel des Werterhaltes bleibt und es mir überdies persönlich ziemlich egal ist, ob der Goldpreis in Papiergeld mal hin und wieder abgibt oder steigt, habe ich auch kein Gramm meiner physischen Goldreserven hergegeben und kann für mich auch bestätigen:
Gold ist gefallen..na und?!
So long liebe Leser...damit verabschiede ich mich für heute und freue mich, wenn wir uns morgen zum Wochenrückblick über die weltweiten Konjunkturdaten und Devisenmärkte wiederlesen...bis morgen und liebe Grüße...
Ihre Miriam Kraus
Zum ersten Teil von: Taugt Gold als Depotabsicherung?
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Thomas Bürck (14.10. 2011 19:15 Uhr):
Sehr geehrte Frau Kraus, meines Erachtens ist die negatoive Entwicklung des Goldpreises (in $ wie auch in €) in den wirklich ausgeprägten Crashmonaten doch völlig rational. Maßgebliche Bestände (ETF's u. physisch) werden ja eben traditionell auch und gerade von den großen Markt-teilnehmern zur Absicherung gehalten (Institutionelle, wie Pensionskassen, Versicherungen, Hedgefonds). Wenn deren Bestandswerte bei den Aktien, Anlaihen und sonsigen Rohstoffen (Titel u./od.physich) in den Keller rauschen, werden sie natürlich ihre am schnellsten und einfachsten zu liquidierenden Positionen, bei denen sie zudem bereits auch mit guten Gewinnen in der Vorhand sind abstossen, um ihre Monats-, Quartals-, oder p.a.- Erträge nicht zu gefährden. Schließlich müssen sie noch was für die Ausschüttungen auf der sicheren Seite haben. Ergo wird gerade Gold -zur internen Glättung- in den Markt geworfen. Da dies offensichtlich von vielen großen gleichzeitig so gehandhabt wird, gibt es natürlich auch signifikante, Goldpreis-einbrüche. Zudem,....wir konnten ja erstmals feststellen, daß es zu einer bemerkenswerten Abkopplung kam, zwischen dem Londoner Preisfixing, und den realen, physischen Beschaffungskosten. Kein Händler gab physisches Gold zu den verprügelten Kursen des Londoner Marktes ab. Nur wer adäquate Aufschläge akzeptierte, konnte von der Baisse in (vermindertem) Maße profitieren, so er den die Preise für's Nachkaufen nutzen wollte. Also, wohl auch ein Zeichen dafür, daß "die Institutionellen" sich zuerst von ihren Future-Positionen trennten, bzw.von denjenigen Papieren, die ohne- (oder nur mit einge-schränkter) physische Hinterlegung operieren. MfG T.Bürck
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