IWF sorgt vorübergehend für Entspannung am Aktienmarkt

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nach drei verlustreichen Tagen konnte der DAX gestern wieder mal deutlich zulegen. Positive Vorgaben aus New York sorgten gleich zu Handelseröffnung für "gute Laune" auf dem Parkett. Der deutsche Leitindex legte zunächst gut 100 Punkte zu. Um die Mittagszeit notierte der DAX bei 5.372 Punkten auf seinem Tageshoch. Doch es sollte noch besser kommen: Am frühen Nachmittag drehte die Stimmung weiter auf. Die Ankündigung des Internationalen Währungsfonds (IWF), am Sekundärmarkt für Bonds möglicherweise zusätzlich zum EFSF-Rettungsschirm Anleihen zu kaufen, sorgte nach Aussage einiger Händler für etwas Entspannung an den Finanzmärkten. "Das würde den Druck auf die überschuldeten Eurozone-Staaten zumindest etwas mildern", so der allgemeine Tenor unter den Börsianern.


Zuvor hatte EU-Wirtschafts- und Währungskommissar Olli Rehn von einer zunehmenden Bereitschaft unter den EU-Finanzministern gesprochen, die europäischen Banken im Rahmen einer konzertierten Aktion zu stärken. Dies hatte für Aufschläge im frühen Handel gesorgt, vor allem die Finanzwerte erholen sich von den hohen Kurseinbußen der vergangenen Tage. Die Aktien der Commerzbank legten um 2,3% auf 1,73 Euro, die der Deutschen Bank um satte 7% auf 26,37 Euro zu. Auch die Aktie von Allianz und Münchener Rück zählten zu den DAX-Topwerten des Tages. Sie lagen jeweils um mehr als 5% im Plus.

Der positiven Stimmung am Markt konnte auch die Abstufung Italiens durch die Ratingagentur Moody's nichts anhaben. Händler bewerteten diese als bereits "erwartet und eingepreist". Doch Moodys ging ordentlich zur Sache: Gleich drei Stufen wurde die Bonität des "Stiefel-Staates" zusammengestrichen. Die US-Ratingagentur bewertet damit die Staatsanleihen Italiens nur noch mit "A2" - ergänzt um einen negativen Ausblick.

Berlusconi zeigt sich wegen Abstufung gelassen - er wäre lieber AC-Trainer

Doch Ministerpräsident Silvio Berlusconi zeigte sich gelassen. Die Herabstufung sei erwartet worden. Und die Regierung arbeite schließlich daran, die von der EU-Kommission abgesegneten Haushaltsziele zu erreichen. Einfach wird das nicht: Immerhin sitzt die drittgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone auf einem Schuldenberg von rund 1.900 Mrd. Euro, was 120% der jährlichen Wirtschaftsleistung entspricht. Höher verschuldet ist im währungsvereinten Europa nur noch Griechenland.

Doch Berlusconis Ziel steht: Bis 2013 will er seinen Haushalt ausgeglichen haben. Für dieses Jahr erwartet die Regierung noch ein Defizit von 3,8% des Bruttoinlandsprodukts. Da liegt noch ein hartes Stück arbeit vor Bella Italia. Aber Berlusconi ist ja ein Spezialist auf allen Gebieten. Er würde sogar Fußballtitel für sein Land holen, wenn er könnte. Erst kürzlich ließ der Besitzer des Vorzeige-Clubs AC Mailand mal wieder seine "Bescheidenheit" in voller Pracht erstrahlen als er erklärte: "Wenn ich die Mannschaft dieses Jahr trainiert hätte, hätte ich die Meisterschaft mit fünf bis sechs Punkten Vorsprung gewonnen." Hätten sie ihn beim AC mal ran gelassen, dann wäre man in der abgelaufenen Saison der Serie-A nicht hinter Erzfeind Inter und dem AS Rom Dritter geworden. Aber Silvio soll sich nicht grämen, immerhin hat er ja noch die Chance sein Land vor dem finanziellen Zusammenbruch zu retten. Hoffentlich lässt er seinen "großen" Worten auch mal Taten folgen.

Ich wünsche Ihnen einen guten Börsentag.

Ihre

Cindy Bach

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Kommentar von Dr Klaus Landfried

Heute nur kurz zur Rating Masche in Sachen Italia: Bei welchen US Banken ist Italien verschuldet? Kaum? Eher daheim auf dem Stiefel? Wozu dann das toll geschauspielerte neue Rating der Firma Moody's? Manche sagen, da würden übers Eck tolle Insider-Trades in solchen schicken Papieren flankiert.. Na ja, wer denkt schon sowas.. Mein Rat an alle Europäer: nehmt die scheingenauen Wertermittler unter den Geschäftemachern einfach weniger ernst. Und die Medien sollten mal die Insider-Story investigativ recherchieren Kommt einer (glaubs ja nicht..) dabei um, wissen wir mehr. Und glauben den Ratern (im Doppelwortsinne) noch weniger.

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