IWF ruft zu Vertrauen auf
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 30. September 2002 18:00 Uhr
ENL5454
Die Weltwirtschaft befindet sich weiterhin in einer Erholung von den Schocks der Vergangenheit, aber es bestehen Risiken, so lautet die Einschätzung von Horst Koehler, Chef des Internationalen Währungsfonds nach der Jahreshauptversammlung des IWF am Wochenende. Die Abgesandten des IWF äußerten auch Bedenken über die noch bestehenden Risiken für eine weltweite Konjunkturerholung. Als eine besondere Gefahr für die Wirtschaftserholung wurde Japan genannt. Japan stehe mit der Instabilität seines Finanzsektors zwischen Gut und Böse. Begrüßt wurde die Entscheidung der Bank of Japan, Aktien von besonders gefährdeten Banken zu kaufen, um die Finanzstabilität dieser Banken zu verbessern. Dabei beabsichtigt die Bank of Japan Bankaktien im Wert von 1 bis 2 Billionen Yen zu kaufen und diese über einen Zeitraum von 10 Jahren zu halten.
In Europa sollen Reformen auf dem Arbeitsmarkt und dem Rentensystem stattfinden. Die amerikanische Regierung solle bei ihrem Haushalt mehr auf ihre Investitionen achten. (das hatte auch schon Alan Greenspan nachhaltig gefordert) Und Investoren in aufstrebenden Märkten wie Brasilien, Argentinien und Uruguay sollen sich nicht der Masse anschließend und Mittel aus der Region abziehen.
Die Abgesandten des IWF machten trotz der Risiken aber auch ihr "Vertrauen bezüglich der Durchhaltefähigkeit der Wirtschaftserholung" deutlich. Sehr wichtig sei nun die Wiedergewinnung von Vertrauen in Wirtschaft und Unternehmen.