IWF prognostiziert starkes Wachstum für südliches Afrika
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 14. April 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Diese Woche hat der IWF seine Wachstums-Prognosen für diverse Volkswirtschaften der Welt verkündet.
Zunächst der Europa-zentrische Blick (Prognosen fürs laufende Jahr):
In Europa liegt Deutschland demnach mit +2,5% Wirtschaftswachstum vorne. Großbritannien: +1,7%, Frankreich: +1,6%. Griechenland wohl mit einem Minus.
Dann: USA +2,8%. Japan: +1,4%. Da zeigt sich übrigens eine Schwachstelle bei der Berechnung des Wirtschaftswachstums (finde ich). Nach einer Katastrophe können die Ausgaben für Wiederaufbau etc. durchaus das Wirtschaftswachstum anfachen. Katastrophen als „wirtschaftliche Stimulierung", wer würde da nicht lieber verzichten.
Doch was ist das? Für die gesamte Welt kommt de IWF auf diese Prognose: +4,4%.
Alle genannten Volkswirtschaften liegen deutlich unter diesem Wert. Es muss also regelrechte Boom-Regionen geben. Und so ist es auch. Die üblichen Verdächtigen: China, Indien, eigentlich die gesamte Region Süd(ost)-Asien, inklusive Staaten wie Vietnam.
Und dann gibt es derzeit eine neue Wachstums-Region: Das südliche Afrika.
Prognosen hierzu:
Angola +7,8%
Botswana +6,0%
Namibia +4,8%
Diesen Ländern ist es auch wirklich zu gönnen. Allerdings ist im Fall von Angola das Wirtschaftswachstum so gut wie ausschließlich der Erdöl-Förderung zu verdanken. Ich habe Informationen aus erster Hand dazu....es gibt gewaltige Korruption in Angola. Milliarden landen auf Auslandskonten, in Luanda liegen die Mieten in der Innenstadt bei über 50 US-Dollar je Quadratmeter, bei breiten Bevölkerungsschichten kommt nichts an und trotz fruchtbaren Bodens wird ein Großteil der Lebensmittel importiert.
Anders Botswana und Namibia. Hier spürt man, dass es allgemein aufwärts geht, auch wenn die Mittelschicht leider zu klein ist. Noch? Fakt ist: Süd(ost)-Asien und das südliche Afrika sind derzeit weltweit Regionen, in denen „die Musik spielt", was das Wirtschaftswachstum betrifft.
*** Ein Nachtrag zum Amberger-Buch, historische Verschwörungstheorien...
Dazu möchte ich anmerken, dass es interessante Bücher zu sogenannter kontrafaktischer Geschichte gibt. Nach dem Motto..."was wäre, wenn"....
Haben Sie vielleicht auch schon einmal überlegt. Was wäre, wenn das Attentat auf Hitler 1944 geglückt wäre...
Ein interessantes Buch dazu hat der Althistoriker Alexander Demandt verfasst. Er nimmt 18 Fälle der deutschen Geschichte unter die Lupe....von „Arminius scheitert im Teutoburger Wald" über „Der Bauernkrieg hat Erfolg" bis zur „Stalin-Note von 1952".
Für meinen Geschmack ist die Zeitgeschichte etwas zu kurz gekommen....gerade ausführliche Gedankenspiele zu Alternativen/Alternativ-Verläufen zum Ersten und Zweiten Weltkrieg hätten ich spannend gefunden. Nun, klar, als Althistoriker ist Demandt an antiken Alternativen interessiert. Inklusive lateinischen Zitaten...ohne Übersetzung. (Ich fürchte, da setzt er zu viel voraus.)
Alexander Demandt: „Es hätte auch anders kommen können. Wendepunkte deutscher Geschichte" (Prophyläen Verlag)
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Volker Seitz (15.04. 2011 08:58 Uhr):
Geht es im südlichen Afrika wirklich aufwärts oder nur in wenigen Staaten?Die Prognosen des IWF werden nur dann zutreffen wenn die dortigen Regierungen verantwortungsvoll wie z.B. in Botswana, Mauritius oder Ruanda handeln. Gutes Investionsklima und ein funktionierendes Rechtswesen fehlen in vielen Ländern. Außerdem sind friedliche Regierungswechsel wie Kenia und die Elfenbeinküste gezeigt haben noch zu selten. Volker Seitz, Botschafter aD und Autor "Afrika wird armregiert" 5. Auflage März 2011
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