IWF-Prognose
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 4. Oktober 2010, 08:30 Uhr
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da ich mich bis zum 14. Oktober (mittags) im Urlaub befinde, lesen Sie in den nächsten Tagen neben einigen zeitlosen Texten von mir aktuelle Beiträge von meinem sehr geschätzten Kollegen Herrn Firley vom Investor`s Daily, dem ich an dieser Stelle herzlichen Dank für seine Arbeiten sagen möchte.
Nun zum Wirtschaftsgeschehen: Die glänzenden Wachstumsprognosen vieler Analysten scheint zumindest der Internationale Währungsfonds (IWF) nicht zu teilen. Nach Aussagen des stellvertretenden IWF-Chefs John Lipsky wird sich das Wachstum der Weltwirtschaft in der zweiten Jahreshälfte voraussichtlich unterhalb der IWF-Prognose von 3,75 Prozent bewegen, da sich die Expansionsgeschwindigkeit bereits verlangsamt habe. Der Währungsfonds geht übrigens nur von einer vorübergehenden Abkühlung aus, die aber bis in das kommende Jahr reiche. Die Prognose werde jedoch durch wieder aufgekommene Sorgen zur Schuldenproblematik in den Industrieländern sowie durch der Schwäche der Immobilienmärkte unsicher. Zudem sei die Sanierung des Finanzsektors noch nicht abgeschlossen, die eine Voraussetzung für ein nachhaltiges Wachstum und eine Senkung der hohen Arbeitslosenraten sei. In der nächsten Woche werden übrigens die neuen IWF-Konjunkturprognosen erwartet.
Konjunkturseitig stehen derzeit die Emerging Markets weltweit am besten da. Kein Wunder: Dort drücken in der Regel nicht die drei Ü`s, die die „alte Welt" belasten und noch auf Jahrzehnte hinaus belasten werden (Überalterung, Überschuldung, Überkapazitäten). In den etablierten Volkswirtschaften steht wiederum Europa vergleichsweise gut da (allen PIGS-Problemen zum Trotz). Das zeigte erst gestern wieder der europäische Economic Sentiment Index (ESI), der von 102,3 Punkten im August auf 103,2 Punkte gestiegen ist (Erwartung: 101,0 Punkte).
Innerhalb Europas steht wiederum Deutschland sehr gut da. Sicher vor allem wegen der besonders starken Exportorientierung, weniger wegen einer herausragend guten Wirtschafts- und Strukturpolitik. Wir können uns dadurch ein gutes Stück vom Boom der Emerging Markets abschneiden. Mit einem Bein in der nächsten Rezession stehen dagegen die USA und Japan - ausgerechnet die Länder, in denen Strukturreformen am meisten verschleppt wurden und die am höchsten verschuldet sind. Was ohne eine ernsthafte Behebung dieser Probleme passieren wird, können Sie sich sicher denken. Sie brauchen nur die Entwicklung der letzten 6 Monate fortschreiben.
Herzliche Grüße und viel Erfolg,
Ihr Henrik Voigt.
Chefredakteur DAX Profits
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Wichtige Termine und Wirtschaftsdaten Montag, den 04.10.2010:
| 10:30 | EWU: sentix Konjunkturindex Oktober |
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