Italien: Hohe Goldreserven - löst ein Verkauf die Probleme des Landes?
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 3. August 2011, 12:00 Uhr
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*** Noch ein paar Takte zur Erhöhung der Schuldenobergrenze der USA.
Hat diese Erhöhung irgendjemanden in der Trader´s Daily-Gemeinde überrascht?
Mich jedenfalls nicht. So hatte ich am 15. Juli geschrieben:
"Kurzfristig wird es in den USA so schlimm nicht kommen. Die Schuldenobergrenze wird erhöht werden (als ob das einen Unterschied machen würde...). Ich habe recherchiert, dass diese "Schuldenobergrenze" vor 94 Jahren eingeführt worden ist. Seitdem ist sie 93 Mal erhöht worden. Na, was glauben Sie - warum sollte sie dann nicht ein 94. Mal erhöht werden? Eben. Genau das wird geschehen."
Und es geschah.
*** Trader´s Daily Leser Hansjörg A. aus dem schönen Südtirol schrieb mir:
"Nachdem nun schon seit geraumer Zeit das Damoklesschwert Staatsverschuldung mit all seinen Problemen, Risiken und Ungewissheiten über uns kreist und uns fest im Würgegriff hat, brennt mir eine Frage unter den Nägeln, die mir bis dato noch niemand plausibel beantworten konnte. Meines Wissens gehört Italien zu den ersten 5 Ländern auf dieser Welt mit den größten Goldreserven. Wenn man schon so in der Not ist und einem das Wasser bis zum Halse steckt, warum denkt man nicht daran diesen Schatz zur Tilgung der Staatschulden zu verwenden. Zumal auch der Goldpreis zur Zeit einen Höchststand nach dem anderen erklimmt. Würde das nicht auf einen Schlag viele Probleme lösen und die betreffende Nation könnte aufatmen, Reformen einleiten und endlich mal Nägel mit Köpfen produzieren?"
Meine Antwort:
Da hat der Leser vollkommen Recht - Italien hat vergleichsweise große Goldreserven, laut offiziellen Angaben sind es rund 2.500 Tonnen Feingold. Nach den USA, Deutschland und dem IWF bedeutet das Platz 4 bei der Höhe staatlicher Goldreserven.
Rechnen wir mal hoch: Der Kilopreis für Feingold liegt aktuell bei rund 36.800 Euro. Eine Tonne demzufolge 36,8 Mio. Euro. Das macht 36,8 Mrd. Euro für 1.000 Tonnen Feingold und rund 92 Mrd. Euro für 2.500 Tonnen Feingold.
Da haben wir also den Marktwert für die italienischen Goldreserven: Ca. 92 Mrd. Euro.
Ist ein ganzer Batzen, keine Frage.
Ein noch größerer Batzen sind aber die italienischen Staatsschulden. Diese betragen mehr als das Zwanzigfache, liegen im Bereich 2.000 Mrd. Euro.
Insofern würde der Verkauf der gesamten italienischen Goldreserven die Probleme keineswegs schlagartig lösen. Im Rahmen eines Gesamtprogramms zum nachhaltigen Ausgleich des Staatshaushalts wäre ein Teilverkauf meiner Ansicht nach aber durchaus eine Überlegung wert.
Andererseits wirkt so ein Goldschatz auch beruhigend, nicht zuletzt für internationale Investoren - welche wissen, dass Italien doch nicht ganz "ohne" dasteht.
Übrigens stand das Thema - Verkauf der italienischen Goldreserven - bereits 1974 in der Diskussion.
Was der damalige Chef der italienischen Zentralbank dazu meinte? Auch heute noch sehr passend! Siehe dazu das heutige "Zitat des Tages"....
Mit herzlichem Gruß!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Hartmut Fischer (03.08. 2011 16:12 Uhr):
Wozu aber an´s "Eingemachte" gehen, wenn es Deppen gibt, die einem die rotten Staatsanleihen abkaufen?
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