Italien, Frankreich und Deutschland mit hohen Defiziten
J. Christoph Amberger in Baltimore in Traders Daily
vom 20. April 2004 12:00 Uhr
ENL5454
War es nur mein Alter? Oder lediglich die Tatsache, dass mein noch zu Schulzeiten gekaufter Schlafsack nach 25 Jahren so langsam den Geist aufgibt? Egal:
Ich verbrachte am Wochenende die kälteste und ungemütlichste Nacht seit langem beim Zelten mit der Pfandfindertruppe meines Siebenjährigen. (Er selbst schlief wie ein Stein.)
Zerschlagen und bis aufs Mark durchgefroren kam ich wieder nach Hause. Zum Glück kollaborierten sowohl das Wetter als auch die Weltnachrichten, um mein Blut wieder so richtig in Wallung zu bringen.
Kaum 24 Stunden nach Amtsübernahme und nur drei Tage, nachdem Osama Bin Laden sein 90-Tage-Ultimatum and Europa stellte, gab der frischgebackene spanische Premier Zapatero bekannt, dass Spanien seine Truppen sofort aus dem Irak abziehen werde.
Frieden in unserer Zeit mag das dem spanischen Wahlvolk auf kurze Sicht bescheren. Aber Zapateros Wahl des Zeitpunkts gab – wenn auch indirekt – Bin Laden seine erste internationale Anerkennung, seitdem ihm Mullah Omar den Burnus-Saum küsste. Hoffentlich muss der Rest des Westens seine Übereifrigkeit nicht ausbaden!
*** Die Organization for Economic Cooperation & Development (OECD) gab heute ihre neuesten Hochrechnungen bekannt. Danach werden Deutschland und drei weitere EU-Länder im nächsten Jahr wieder gegen Maastricht verstoßen:
Deutschland rangiert zusammen mit Portugal (beide mit Defiziten von 3,2 %) hinter Italien (4,3 %) und Frankreich (3,5 %).
Die Aussichten für das deutsche Wirtschaftswachstum wurden von 1,4 % auf 1,2 % korrigiert.
Für mich weiterhin kein langfristiges Stärkeargument für den Euro!
Trotz der Schwankungen im Wechselkurs des Euro gegenüber dem Dollar blieben die Goldpreise heute weit hinter dem Anstieg anderer Edelmetalle zurück. Das kann sich allerdings ändern: Ich halte die vor kurzem begonnene Trendwende zugunsten des Dollars für rein spekulativ: Sobald sich die Anzeichen verdichten, dass die Fed den US Leitzinssatz nicht anhebt, wird sich das Blatt wieder wenden.
Mit herzlichen Grüßen,
Ihr
J. Christoph Amberger, Executive Publisher, The Taipan Group