Ist es für einen Einstieg in Douglas schon zu spät?

in Insider Daily zum Thema MDax
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Das sind Geschichten, die die Börse liebt: Eine Aktie knallt in Folge einer Gewinnwarnung nach unten. Alle Aktieninhaber reiben sich fassungslos die Augen. Manche ziehen gar die Reißleine, bevor noch mehr Wert vernichtet wird, und dann kommt der große Coup: Es wird eine Übernahme bekannt gegeben und das Papier macht innerhalb eines Tages das Kursminus des Vortages wieder wett und packt sogar noch eine ordentlich Schippe drauf: So erlebt in den vergangenen Tagen bei Douglas.


Der ehemals reine Düftchen-Verkäufer ist längst zu einem vielschichtigen Einzelhandelskonzern herangewachsen, besitzt neben der Douglas-Parfümier-Kette auch noch die Kohnfisserien Hussel, die Schmuckladen-Kette Christ und und und: Ein Sorgenkind des Konzerns ist Thalia, eine Buchhandelskette mit flächendeckendem deutschen Ladennetz und einem OnlineShop im World Wide Web. Doch Thalia verhagelt Douglas aufgrund sinkender Umsätze infolge immer stärkerer Konkurrenz seit geraumer Zeit das Ergebnis. Im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/2012 soll es für die Tochter sogar so mies gelaufen sein, dass Douglas am Mittwoch eine Gewinnwarnung rausgeben musste. Das gefiel den Anlegern, welchen das Börsenjahr 2011 ohnehin schwer in den Knochen stecken dürfte, natürlich nicht. Sie schickten die Aktie auf Talfahrt. Die bislang als Unterstützung sehr gut funktionierende Kursmarke von 27,50 Euro wurde gerissen. Erst knapp über der nächsten wichtigen Schwelle fand der Ausverkauf sein Ende - was blieb, war ein fader Beigeschmack und ein Minus von 10%.

Doch Zeit zum Verdauen blieb nicht, weder denen, die den Kursrutsch aussaßen, noch jenen, die ihn zum Einstieg nutzten. Sie alle dürften sich am Donnerstag abermals die Augen gerieben haben: Denn die Douglas-Aktie legte mal eben um 25%. Was war hier nun wieder los? Ganz einfach: Die einstige Gründerfamilie des Douglas-Imperiums und mit einem Anteil von 12,6% zweitgrößter Aktionär des Unternehmens, die Familie Kreke, ließ in der Presse verlauten, man wolle den Konzern wieder zurück kaufen und Douglas von der Börse nehmen. Paff: Das saß. Die Aktie sprang unvermindert an und übersprang mit einem Satz den Widerstand bei 30 Euro, an welchem man sich vorher Monate lang erfolglos abgekämpft hatte. Spekulieren die Börsenakteure hier nun auf einen Bieterwettkampf? Wird das die Kurse weiter nach oben treiben? Lohnt sich der Einstieg auf diesem Niveau überhaupt noch?

Fakt ist bislang nur: Ein offizielles Übernahmeangebot liegt noch nicht vor. Es gab wohl aber bereits rege Verhandlungen, an welchen alle Finanzinvestoren und Konzernoberhäupter teilnahmen. Und es könnte sogar gut sein, dass auch noch ein externer Investor anklopft. Denn als Übernahmeziel ist der Douglas-Konzern auf aktuellem Kursniveau allemal interessant. Würde ein Bieterwettkampf entfacht, wären weitere Kursaufschläge sicher. Natürlich kann es auch zu einer schnellen Einigung unter den Finanzinvestoren kommen, dann schauen jene, die jetzt noch eingestiegen sind vielleicht in die Röhre. Wer es wagt, spekuliert...

von
Cindy Ullmann
Cindy Ullmann

Cindy Ullmann nimmt regelmäßig Insidergeschäfte unter die Lupe. Sie stellt „Directors’ Dealings“ vor - zum Vorteil ihrer Leser.

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Der Börsenbrief von Cindy Bach: "Aktien-Monitor"


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