Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien
vom
da sich aus technischer Sicht seit Montag nicht allzu viel an den Märkten getan hat, möchte ich mich heute einem grundsätzlicheren Thema zuwenden.
Immer wieder höre ich aus verschiedenen Ecken, dass in Zeiten von Wirtschaftskrisen und Interventionen von Politik und Notenbanken die Zeit für längerfristige Investments an den Märkten vorbei sei.
"Wer gewinnen will in einer vom Hochfrequenz-Trading und politischen Nachrichten stark dominierten Welt, muss ebenfalls sehr kurzfristig agieren."
Dies mag auf den ersten Blick sicher logisch klingen. In unserer Zeit geht eben heutzutage alles immer schneller, auch das das Geldanlegen...
Doch ist es wirklich so einfach? Ist Buy&Hold nur noch der Ansatz für Großvaters Portfolio und so gut wie tot?
Buy & Hold hat durchaus seine Berechtigung...
Bevor ich mich hierzu weiter äußere, möchte ich erst einmal ein paar grundsätzliche Punkte voneinander trennen.
Zunächst einmal gibt es sehr viele Möglichkeiten, um an der Börse Geld zu verdienen. Welche Sie letztlich wählen, ist eine Frage Ihres Stils und Ihrer Anlagementalität. Die "perfekte Strategie" gibt es bekanntlich nicht.
Wichtig ist hierbei viel mehr, dass Sie Ihre Strategie konsequent verfolgen und gemäß dieser durchgehend agieren.
Mit diesem Gedanken im Kopf, fällt es dann auch leicht zu trennen.
An den Märkten haben wir zwei größere Gruppen (und natürlich Mischformen hiervon) von Anlegern: Investoren und Trader.
Generell wird ein Trader versuchen, mittels kurzfristiger Kursschwankungen Gewinne einzufahren. Dabei interessieren ihn weniger die fundamentalen Daten eines Unternehmens, noch wo es in ein paar Jahren stehen wird. Für den Trader von Bedeutung ist der entsprechende Kurschart und der aktuelle Trend aus technischer Sicht.
Ein Investor hingegen achtet auf die Fundamentaldaten und überwacht diese sehr genau. Für ihn ist uninteressant, ob eine Aktie im technischen Aufwärtstrend ist oder nicht. Er hat einen Blick auf die fundamentalen Kennzahlen und so lange diese sich verbessern, ist jeder Kursrückgang eine willkommene Kaufgelegenheit. Dies ist die Faustregel für Sie, wenn Sie als Investor agieren!
Der Investor weiß dabei, dass ein Aktienwert sich langfristig stets den Gewinnperspektiven des jeweiligen Unternehmens anpasst.
Würde man also behaupten, Buy & Hold sei als Investment-Ansatz tot, hieße dies umgekehrt auf eine gewisse Weise, dass fundamentale Marktgesetze nicht bzw. kaum mehr gelten.
Viel mehr zählt in Zeiten wie heute, dass eben nicht mehr "irgendetwas" gekauft werden kann, sondern Ihre Einzelwerte genau
ausgewählt werden müssen.
Im Gegensatz zum Trader, der letztlich primär auf Massenpsychologie und Kurscharts setzt, hat der Investor jedoch die Gewissheit, dass tatsächlich erwirtschaftete Gewinne an der "Basis" (d.h. im Unternehmen) sich auch früher oder später bis in den Aktienkurs fortpflanzen.
Dies ist natürlich in Zeiten rückläufiger Wirtschaft (wie z.B. in den USA) etwas schwieriger, aber es lässt sich noch genug an Firmen finden, mit denen Sie Ihr Portfolio füllen können.
Tipps hierzu gibt es, wie Sie wissen, ab und an hier im Newsletter. Gleichzeitig bieten aber unter anderem auch meine Kollegen Friedhelm Lange und Franz-Josef Buskamp in ihren Empfehlungsdiensten "Oxford Club" und "Value Investor" stets gute und interessante Anhaltspunkte und Ideen (testen lohnt sich!)
Wie auch immer Sie letztlich bei der Suche nach geeigneten Werten vorgehen, ich wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg!