Ist die Goldkorrektur vorbei?
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Goldpreisentwicklung
vom 5. Januar 2012, 17:00 Uhr
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Haben Sie in Ihrem Bekanntenkreis krisenbedingt inzwischen auch "militante" Goldbugs? Falls ja, dann dürfte Ihnen die vergangenen Tage etwas aufgefallen sein. Ein kleiner Besuch auf den einschlägigen Websites und man sieht: Die "Goldkäfer" kriechen wieder aus ihrem Unterschlupf, streichen den Gold- und Silberstaub von ihren Panzern und schöpfen lächelnd neue Hoffnung.
Wurde doch letztes Jahr der ein oder andere erfolgsverwöhnte Edelmetallspekulant von der Korrektur der Gold- und Silberpreise hart erwischt, so keimt nun der Optimismus wieder auf, es könne bald wieder nach oben gehen. Der Grund hierfür ist, dass der Goldpreis in US-Dollar mit dem neuen Jahr tatsächlich wieder etwas anzog und über 1600 USD stieg.
Charttechnisch zeigt sich die Situation auf Tagesbasis damit wie folgt:
Quelle: Stockcharts
Doch bedeutet das wirklich, dass nun die "saure Gurkenzeit" für die Gold Bugs vorbei ist?
Aus technischer Sicht sehen wir zwar im MACD ein Kaufsignal und auch der RSI steigt wieder in Richtung der wichtigen 50er-Linie, doch die wichtige Begrenzung nach oben im Chart (obere der beiden braunen Linien) wurde durch den Goldkurs noch nicht durchbrochen.
Die Goldbugs sind sich damit scheinbar aber trotzdem sicher, dass es nur wieder nach oben gehen muss. Andere Marktkommentatoren sprechen hingegen bereits vom Beginn eines Bärenmarkts, da Gold mehr als 20% gefallen sein.
Wer also hat Recht?
Treten wir doch mal einen Schritt zurück und sehen uns die Lage aus deutlich längerfristiger Perspektive an:
Quelle: Stockcharts
Im obigen Chart habe ich für Sie den Goldpreis auf Monatsbasis einmal dargestellt.
Hier sehen Sie das volle Ausmaß des Bullenmarktes, in dem sich Gold befindet (bzw. je nach Ansicht befand).
Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber einen neuen Bärenmarkt kann ich hier nicht erkennen. Zugegeben, wir haben einen Momentumsverlust im MACD und er mag auch davor stehen, ein neues Verkaufsignal zu generieren, aber das hatten wir alles schon mehrfach in der Vergangenheit und der Goldpreis stieg trotzdem wieder an.
Auch hat sich der überkaufte Zustand im RSI bereits wieder ein gutes Stück abgebaut.
Um es zusammenzufassen:
Ich würde als Anleger beim Gold nicht so sehr auf die Technik achten, sondern dieses, wenn überhaupt, nur langfristig als eine Portfoliobeimischung erwerben. Weitere Entscheidungen würde ich dann gemäß der fundamentalen Analyse treffen. Und hier kann ich eben keine große Veränderung sehen, die plötzlich das Marktumfeld für Gold großartig bärisch lassen werden sollte. Ich denke, die Abwertungen der Papierwährungen werden auch 2012 weiter laufen und mich würde es nicht wundern, wenn wir in den USA in diesem Zuge auch ein neues Quantitative Easing Programm sehen sollten.
Größere Rücksetzer stellen daher eher Kauf- als Verkaufgelegenheiten dar.
Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Klaus Buhl
Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Mohmand (05.01. 2012 22:07 Uhr):
Hallo Herr Buhl, Der Goldpreis soll noch ein lertztes Tief in der Nähe von 1150 € erreichen und dann auf knapp 1400 € steigen. Gold befindet sich weiterhhin auf dem Weg nach oben und ein Ende ist momentan nicht zu sehen. Mit vielen Grüssen. Mohmand
Antworten - Kommentar von Rainer Seifert (06.01. 2012 00:10 Uhr):
Ihrer Meinung zur Entwicklung des Goldpreises schließe ich mich voll an. Vielleicht werden wir noch mal mit den Ohren wackeln in welchen nördlichen Hemisphären uns der Chart begegnet. Fraglich ist dann nur, was man als Gegenwert in Waren für eine Unze kaufen kann. Klar, dass auch starke Rücksetzer dazu gehören. Was mir auffiel ist: muss es wirklich immer eine Angabe in Prozenten sein? Klar, die Logik lässt uns darauf schauen. Aber 2009 fiel der Goldpreis in US$ um ca. 300. Diesmal waren es auf wesentlich höherem Niveau gut 400 US$. Wenn zur Zeit keine weiteren Rückschläge erfolgen also ein nominal etwas höherer Rückgang, in Prozent aber deutlich weniger als 2009. Es wird sicher sehr spannend. Freundliche Grüße Rainer Seifert
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