Ist die China-Story vorbei?

in Profit Radar zum Thema Global Anlegen
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Wir bleiben bei dem wichtigen Ansatz der „Game Changer"-Analyse. Hierbei geht es um eine nüchterne Analyse der aktuell negativen Argumentationen auf die ihre wirkliche Bedeutung. Sind die negativen Faktoren, die eine Aktien, einen Sektor oder ein Land belasten tatsächlich so gewaltig, dass sie die eigentliche Investmentstory zerstören?


Nehmen wir China. Dies ist einer der Märkte, mit dem ich mich derzeit besonders intensiv beschäftige. „China," höre ich jetzt einige von Ihnen ausrufen: „da geht doch gar nichts.". Genau. Und weil genau alle derzeit so denken - und chinesische Aktien durch die Bank weg dementsprechend stark gefallen sind - schaue ich mir diesen Markt ganz genau an.

Sie kennen die Begründungen, warum man derzeit lieber auf der anderen Seite der chinesischen Mauer stehen sollte: Inflationssorgen, Angst um Blasenbildungen in einigen lokalen Immobilienmärkten und Panik, dass die chinesische Regierung mit zu starken Maßnahmen zu Inflationsbekämpfung das Wachstum abwürgen könnte.

Ach ja, und dann ist da natürlich noch die alles überschattende Sorge, dass China seine Wirtschaftswachstumsraten sowieso nicht halten kann. Alles berechtigte Gründe. Keiner davon ist falsch. Aber: Sind es „Game-Changer"? Sind dies Gründe, die dazu führen werden, dass die China-Story zusammenbricht?

In meinen Augen lautet die Antwort: Nein. Und die neuen Wirtschaftsdaten bestätigen diese Einschätzung. Nur will das an den Märkten derzeit niemand hören, da die Masse der Anleger nun mal entschieden hat, dass es zappenduster für China aussieht. Und dann nimmt der Markt eben nur negative Nachrichten auf (das psychologische Phänomen der „selektiven Wahrnehmung").

 

von
Daniel Wilhelmi
Daniel Wilhelmi

Daniel Wilhelmi ist als langjähriger Börsenjournalist aus Printmedien, zahlreichen Vorträgen und dem TV, z.B. „3sat-Börse“ oder „heute-journal“, bekannt.


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