Ist der Euro in Gefahr?
Marcus Neugebauer in Insider Daily
vom 12. Februar 2010, 14:30 Uhr
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Die Rettung Griechenlands hätte fatale Folgen für die Euro-Stabilität
Als ich gestern Morgen den Fernseher einschaltete und wie jeden Morgen die Nachrichten verfolgte, konnte ich es kaum glauben, als über den Generalstreik in Griechenland berichtet wurde. Was war passiert? Wie mittlerweile niemandem entgangen sein dürfte, befindet sich Griechenland am Rande der Zahlungsunfähigkeit und wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, muss man bei leerer Kasse den Gürtel enger schnallen. Dies will Regierungschef Giorgos Papandreou nun auch tun und hat deshalb ein drastisches Sparprogramm vorgestellt, das die Neuverschuldungsrate unter 3% des BIP drücken soll. Er kündigte Nullrunden bei den Beamtengehältern, einen Einstellungsstopp für das laufende Jahr sowie eine Anhebung des Rentenalters und höhere Kraftstoffpreise an. Aus meiner Sicht sind solche Schritte längst überfällig, denn niemand sollte vergessen, dass die Helenen nur mit gefälschten Statistiken den EU-Beitritt erschwindelt haben. Doch was tun die Gewerkschaften? Sie bestreiken das ganze Land und bringen es damit endgültig an den Rand des Abgrunds.
Populismus ist jetzt fehl am Platz
Wer jetzt über eine Rettung Griechenlands mit EU-Geldern nachdenkt, ist auf dem Holzweg. Zur Erinnerung: In den 90er Jahren wurde der EU-Stabilitätspakt verabschiedet, der eine so genannte "No-Bailout-Klausel" enthält. Diese besagt, dass Euroländer Defizitsündern nicht mit Krediten beistehen dürfen. Nur so kann ein weicher Euro vermieden werden. Aus meiner Sicht gibt es nur einen schlüssigen Weg, der schon in früheren Zeiten funktionierte.
Die EU muss Griechenland in die "Freiheit" entlassen. Dann besteht die Möglichkeit einer Abwertung der eigenen Währung und die EU erhält die Möglichkeit, hier mit Hilfe von Krediten regulierend einzugreifen, ohne gleichzeitig den Euro in Gefahr zu bringen. Denn die EU-Auflagen sind so niemals umsetzbar. In einem von Sozialisten regierten Staat hat ein solch massives Sparprogramm keine Chance auf politischer Ebene.
Herzlichst Ihr
Marcus Neugebauer, Chefredakteur Turnaround-Brief
PS: Neben Griechenland, Spanien und Portugal sollte niemand das hohe Defizit Großbritanniens außer Acht lassen. Dies untermauert meine These einer kommenden Inflationswelle, denn nur die Notenpresse wird ein Überleben garantieren.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Hagelstein (13.02. 2010 11:31 Uhr):
Empfehlen Sie denn zugleich auch Spanien, Portugal und Großbritanien in die "Freiheit" zu entlassen? MfG Peter Hagelstein
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