Ist der Bullenmarkt bei Gold vorüber?
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Gold als Geldanlage
vom 6. Oktober 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Einige kaufen Gold, weil sie auf eine Wirtschaftserholung setzen und es dann Inflation geben wird. Andere kaufen Gold, weil sie darauf setzen, dass es keine Wirtschaftserholung geben wird. Dann wird die Fed noch mehr Geld drucken, und Gold wird wertvoller, sagen sie.
Diejenigen, die keine klare Meinung zu Gold haben, gehören zu den aggressivsten Käufern von Gold. Für die sieht Gold wie eine kann nicht verlieren"-Position aus. Wenn die Wirtschaft wächst, wird Gold teurer. Wenn nicht, ebenfalls.
Gold steht an 79. Stelle im Periodensystem. Manche Leute machen Gabeln daraus, manchmal werden Dächer damit gedeckt, oder Leute ermordet. Crassus hat geschmolzenes Gold getrunken, nachdem er von den Parthern gefangen worden war. Und Lenin sagte, er würde die öffentlichen Latrinen damit auskleiden. Aber die beste Nutzungsform für Gold war die von Geld - ein verlässlicher Maßstab für Reichtum.
Selbst Gold ist aber nicht immer perfekt als Geld. So floss in den Jahren der spanischen Eroberung der Neuen Welt viel Gold auf die iberische Halbinsel. Bald gab es da so viel Gold, dass der Zuwachs an Gold größer war als der an Produktion, Güter, Dienstleistungen. Jede neue Feinunze Gold kaufte danach weniger, weil die Preise stark stiegen.
Und wenn Sie 1980 Gold gekauft hätten, dann hätten Sie einen Verlust von 90% ihrer Kaufkraft hinnehmen müssen, bevor der Boden erreicht war. Selbst heute wären Sie dann noch leicht im Minus. Der Goldpreis müsste sich immer noch verdoppeln, damit sie - inflationsbereinigt! - wieder das Niveau von 1980 sehen würden.
Aber Gold geht nicht einfach weg. Sie können warten. Wenn Sie aber z.B. eine Banknote der frühen Weimarer Republik oder aus Zimbabwe haben, dann können sie abwarten, bis die Hölle friert - der ursprüngliche Wert solcher Banknoten wird wahrscheinlich nie wieder erreicht.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Ulli Beckmann (06.10. 2010 10:10 Uhr):
Sehr geehrter Herr Bonner, seit Monaten lese ich Ihre Kommentare und amüsiere mich köstlich, unsere Meinungen sind fast identisch, beinahe ohne Ausnahme. Ihrem heutigen Artikel kann ich leider nicht folgen, sind Sie zu spät in Gold eingestiegen oder noch gar nicht? Wieso auf einmal die distanzierte Einstelung zu Gold. Meiner Meinung nach befinden wir uns global kurz vor dem Kollaps und Sie stellen Gold in Frage? Freundliche Grüße,
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