Ist Apple die perfekte Wachstumsaktie?
Alexander Green (US-Korrespondent) in Investoren Wissen
vom 22. Juli 2010, 16:00 Uhr
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ich habe schon oft erwähnt, dass sich meine Aktienauswahl wie folgt beschreiben lässt:
Der Preis der Aktie folgt den Gewinnen.
Ich wette, dass Sie rückblickend kein einziges Unternehmen finden, dessen Gewinne von Quartal zu Quartal und von Jahr zu Jahr gestiegen sind, ohne dass die Aktie den Ergebnissen gefolgt wäre.
Versuchen Sie außerdem einmal ein Unternehmen zu finden, dessen Gewinne konsolidierten oder sogar von Jahr zu Jahr fielen, während die Aktie anstieg. Das passiert noch nicht einmal in einem exzessiven Bullenmarkt.
Aber ist der Gewinn pro Aktie alles, was Sie wirklich brauchen? Ist es so einfach?
Natürlich nicht.
Jedes Unternehmen kann seine Gewinne über einen gewissen Zeitraum steigern, indem die Kosten gesenkt werden. Aber schließlich erreicht die Firma einen Punkt, an dem dies nicht mehr funktioniert, ohne dass zugrundeliegende Geschäft zu beschädigen. (Offensichtlich ist dieser Punkt dann erreicht, wenn das Unternehmen wichtige Infrastruktur verkauft oder die besten Angestellten feuert, um die kurzfristigen Gewinne zu steigern)
Es gibt außerdem noch andere wichtige Faktoren, welche ich Ihnen am Beispiel einer beinahe perfekten Wachstumsaktie zeigen werde.
Wollen Sie sehen, ob ein Unternehmen wächst? Dann schauen Sie auf diese ausschlaggebenden Faktoren
Neben den Gewinnen müssen die Verkäufe auch ansteigen. Und bei Apple (Nasdaq: AAPL) trifft das zu:
- Verkäufe und Gewinne: Das Unternehmen verkauft Bootsladungen an iPods, iMacs, iPhones und iPads. In vielen Fällen schafft es Apple noch nicht einmal, die Nachfrage zu bedienen. Gerde erst im jüngsten Quartal [dieser Artikel wurde vor den am 20.07.10 publizierten Quartalszahlen von Apple verfasst, Anm. d. Ü.] stiegen die Verkäufe um 49%. Das hat dazu geführt, dass der Gewinn um 90% anstieg.
- Gewinnspanne: Dies ist eine andere wichtige Kennzahl. Wenn Ihre Mitbewerber leicht in Ihr Geschäftsfeld kommen und Sie preislich unterbieten können, ist Ihr Geschäftsmodell verwundbar.
Aber Apple ist mit seinen eisernen Patenten auf das Betriebssystem des Mac und vielen anderen Hauptmerkmalen der bestverkauften Produkte gut geschützt. Es ist deshalb keine Überraschung, dass die operative Gewinnspanne mehr als 29% beträgt. Oder dass Apple, selbst nach dem jüngsten Kurssturz, 63% in den letzten 52 Wochen gestiegen ist.
Im Laufe der Zeit hat Apple den Preis für die meisten seiner Produkte gesenkt. Aber nicht, weil die Mitbewerber dazu gezwungen hätten. Das Management hat dies getan, um die potentielle Zielgruppe für Apple Produkte weiter zu vergrößern. Das ist der Schlüssel.
- Die Eigenkapitalrendite (ROE): Diese wichtige Kennzahl wird berechnet, indem man den Gewinn pro Aktie durch den Buchpreis (oder das Eigenkapital) pro Aktie teilt.
Warum ist das wichtig? Weil es Ihnen verrät, wie effizient das Management das Kapital der Firma verwaltet. Warren Buffet, der sehr viel von der Eigenkapitalrendite hält, sagt, das alles über 17% gut ist. Apples ROE beträgt doppelt so viel.
Glückliche Kunden... Glückliche Aktionäre
Apple hat auch noch eine Menge anderer Dinge getan. Das Unternehmen ist ein ständiger Innovator und ein weltklasse Vermarkter (Die Produkte sind für viele Kunden so "cool", das diese nach Geräten gieren, welche sie gar nicht wirklich brauchen). Und es macht einen guten Job, was die Deckelung der Kosten angeht.
Das Endergebnis? Der Gewinn pro Aktie ist innerhalb des letzten Jahrzehnts explodiert. Und während sich der breite Markt kaum bewegt hat, hat sich die Apple Aktie mehrmals verdoppelt.
Es ist eine klassische Geschichte eines Unternehmens, welches seine Kunden ständig dazu animiert, wieder Produkte zu kaufen, weil es sie glücklich macht. Und der daraus resultierende Anstieg des Gewinns macht auch die Aktionäre froh.
Erfolgreiches Investieren
Alexander Green
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Peter Bünger (22.07. 2010 16:33 Uhr):
Sehr gut beschrieben. Bin selbst eingefleischter Applebenutzer. Und trotzdem kaufe ich für meine Familie diese Aktien nicht. Alles hängt von Steve Jobs ab. Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lebertransplantation. Traurig genug dies erwähnen zu müssen. Eine solche zweite charismatische Person für diesen Konzern zu finden, halte ich nicht für möglich.
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