ISM-Index
Henrik Voigt in DAX Daily
vom 2. September 2011, 08:30 Uhr
ENL5454
kaum trudeln vermehrt weniger schlechte Konjunkturdaten ein, knicken die Börsen wieder ein. Auf den ersten Blick völlig unlogisch, auf den zweiten Blick aber das typische Verhalten am Ende von technischen Erholungen im Abwärtstrend, da Gewinne aus kurzfristigen Countertrendspekulationen schnell wieder mitgenommen und Altpositionen zu erholten Kursen glattgestellt werden. So wohl auch gestern.
Der gestern gemeldete ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe in den USA fiel deutlich besser aus als erwartet. Er notierte im August bei 50,6 Punkten, erwartet wurden 48,7 Punkte, nach zuvor 50,9 Punkten. Damit fiel er nur leicht zurück und hält sich gerade eben noch im Expansionsbereich. Unmittelbar im Anschluss an die Daten schossen die Indizes deutlich nach oben (DAX plus 100 Punkte in wenigen Minuten). Allerdings, nur um direkt danach allmählich wieder abzubröckeln und schließlich deutlich im Minus zu schließen.
Die am Vormittag gemeldeten europäischen und deutschen Einkaufsmanagerindizes enttäuschten dagegen auf ganzer Linie. Sie fielen deutlich unterhalb der Markterwartungen aus und rutschten in den Schrumpfungsbereich unter 50 Punkte ab. Die deutsche Sonderkonjunktur scheint nach den vollmundigen Versprechungen der Politik eines dauerhaften Booms, die noch lauthals vor wenigen Wochen zu hören war, vom Aussterben bedroht zu sein. Ein selbstgefälliges Zurücklehnen der Staatslenker dürfte angesichts der krassen Überschuldungssituation der falsche Weg gewesen sein, aber diese Erkenntnis wird sich vermutlich viel zu spät durchsetzen. Bis dahin greift man lieber zum bewährten Mittel des „Gesundbetens". Und schnürt womöglich weitere Rettungspakete, die nichts anderes als den eigenen Hintern retten. Auf Kosten eines ganzen Währungsraumes.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Werner Bläser (02.09. 2011 09:06 Uhr):
Panta rhei, es ist alles im Fluss, meinte Heraklit. Aber solange nicht alles ins Wasser gefallen ist, ist noch Hoffnung. Auch ich bin trotz meiner mittelfristig bullischen Einstellung short gegangen, weil der S&P überkauft und an Widerstände gelaufen war. Wie weit der Put trägt, wird man sehen. Börse ist eh meist Trial and Error mit Money Management. Ich glaube, dass wir in einer Bodenbildung sind, ich HOFFE das nicht. Denn in einer Situation wie der jetzigen gibt es nur eins, was ich noch lieber tue als billig einkaufen: nämlich spottbillig einkaufen.
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